Vor einigen Handelstagen (genauer gesagt in der Kommentierung vom 24.06.) stellten wir an dieser Stelle die Frage, ob dem Edelmetall der Befreiungsschlag gelingen könnte. Zum damaligen Zeitpunkt stand der Widerstandsbereich um 1.750 US-Dollar im Fokus. Dieser limitierte den Goldpreis in den vergangenen Wochen und stand nun zur Disposition. Das an dieser Stelle skizzierte Szenario nahm rasch Form an… Gold hat den Rallymodus reaktiviert…

Gold als sicherer Hafen

Gold gilt an den Finanzmärkten als Inbegriff des sicheren Hafens. Globale Krisen, egal ob wirtschaftlicher oder geopolitischer Natur, und die daraus resultierende Verunsicherung an den Finanzmärkten rücken das Edelmetall immer wieder in den Fokus von Anlegern und Investoren. In der aktuellen durch die Corona-Pandemie kreierten Gemengelage ist es nicht anders. Dass Gold gegenwärtig tatsächlich gesucht wird, verdeutlicht auch die aktuelle Bestandsentwicklung des SPDR Gold Shares, seines Zeichens der weltgrößte physisch besicherte Gold-ETF. Der ausgewiesene Bestand des SPDR Gold Shares hat per 08.07. die Marke von 1.200 Tonnen überschritten. Zuletzt notierte der Bestand im April 2013 jenseits der 1.200-Tonnen-Marke.

Liquidität und ein schwacher US-Dollar stützen Gold

Als Reaktion auf die Krise wurde jede Menge Liquidität freigesetzt. Diese bahnt sich an den Finanzmärkten ihren Weg und so kann man derzeit einen Einklang zwischen steigenden Aktienmärkten und einem anziehenden Goldpreis beobachten. Doch auch vom Devisenmarkt gibt es Rückenwind. Die US-Notenbank reagierte bekanntermaßen mit deutlichen Leitzinssenkungen, was wiederum dem US-Dollar zusetzte und ihn schwächte. Ein schwacher US-Dollar stützt wiederum den Goldpreis. Die Vormachtstellung des US-Dollars an den Devisenmärkten bröckelt offenkundig. Zum einen wegen der bereits thematisierten Maßnahmen der US-Notenbank, zum anderen dürfte die Entwicklung des Infektionsgeschehens in den USA in Bezug auf den US-Dollar ebenfalls auf die Stimmung drücken. Die letzten US-Konjunkturdaten, die durchaus robust ausfielen, konnten vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen keine Trendwende herbeiführen. Insbesondere gegen den Japanischen Yen tritt die Dollarschwäche derzeit deutlich zu Tage. In der nächsten Woche (am 14.07.) steht in den USA die Veröffentlichung der wichtigen Verbraucherpreise an, die weiteren Aufschluss geben könnten.

Charttechnisches Kaufsignal

Der Ausbruch über die Zone 1.750 US-Dollar hat ein klares charttechnisches Kaufsignal generiert, das auch gleich seine Wirkung entfalten konnte und Gold über die 1.800 US-Dollar katapultierte. Der obere 10-Jahres-Chart auf Monatsbasis zeigt deutlich, wohin nun die Reise gehen könnte. Ein Durchmarsch in Richtung 1.900+ US-Dollar sollte nicht überraschen. Auf der Unterseite gilt es, Rücksetzer idealerweise auf 1.750 US-Dollar zu begrenzen. In jedem Fall sollte es nicht mehr unter die Zone 1.680 / 1.650 US-Dollar gehen. Anderenfalls wäre eine Neubewertung erforderlich.

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