Während sich Gold, Silber und auch Platin zuletzt eher zurückhaltend entwickelten, hat Palladium ein neues Hoch markiert. Die Hausse scheint hier ungebrochen, von kurzen Verschnaufpausen einmal abgesehen. Palladium trotzt der Schwerkraft mit Leichtigkeit; bislang zumindest, denn die Korrektur wird irgendwann kommen. Fraglich ist nur, ob sie sich bereits ausgehend vom aktuellen Niveau entwickeln wird oder aber erst von einem (deutlich) höheren.

Das Ausmaß der Bewegung allein mit fundamentalen Aspekten begründen zu wollen, fällt schwer. Aber bei Palladium waren bereits in der Vergangenheit exzessive Bewegungsmuster zu beobachten. Mal ging es mit ordentlich Dynamik nach oben, mal mit nicht weniger Dynamik nach unten. Die Marktenge spielt hier natürlich eine gewisse Rolle.

Wenn man sich den aktuellen Chart von Palladium anschaut, dann fällt auf, dass sich das Edelmetall zuletzt eigentlich fast wie nach dem Lehrbuch verhalten hat. Der Ausbruch über das Widerstandscluster 1.600 / 1.620 US-Dollar generierte ein starkes Kaufsignal, das zügig Kraft in Richtung 1.700 US-Dollar entwickelte. Wie bei Ausbruchsbewegungen dann im weiteren Verlauf so oft zu beobachten ist, wird das Ausbruchsniveau noch einmal "von oben" getestet. Dieser Test erfolgte kürzlich, als Palladium noch einmal auf 1.630 US-Dollar abtauchte. Von da an ging es wieder mit Dampf nach oben. Aktuell klopft Palladium die aus psychologischer Sicht wichtigen 1.700 US-Dollar weich und hievte sich auf knapp 1.706 US-Dollar. Die jüngste Verschnaufpause könnte somit die Basis für eine erfolgreiche Fortsetzung der Bewegung gelegt haben. Aus charttechnischer Sicht bleibt es dabei, dass Palladium oberhalb von 1.620/1.600 US-Dollar aus unserer Sicht alle Trümpfe in der Hand hat. Sollte es allerdings unter die 1.600 US-Dollar gehen, ist Obacht geboten. Bewegungsziele auf der Oberseite abzuleiten, ist schwierig. Generell gilt: Oberhalb von 1.700 US-Dollar ist die Tür offen! Während Palladium offenkundig weiter nach oben will, steckt Gold noch immer inmitten einer Konsolidierung.

Im Fokus steht hierbei unverändert die Zone um 1.490 US-Dollar. Der jüngste Erholungsversuch schaffte es nicht, wichtiges Terrain zurückzuerobern. Hierzu hätte Gold den Widerstand bei 1.525 US-Dollar entern müssen.

Die aktuellen US-Preisdaten (Erzeugerpreise veröffentlicht am Dienstag, Verbraucherpreise am Donnerstag) waren auch nicht dazu angetan, den Goldpreis wieder anzuschieben. Ähnliches gilt für das Protokoll der FOMC-Sitzung aus dem September, das am Mittwoch (09.10.) veröffentlicht wurde. Auch hier blieben positive Impulse aus.

Gebannt sehen die Finanzmärkte den Handelsgesprächen zwischen den USA und China entgegen. Gelingt hier eine Einigung? Der Ausgang dieser Gesprächsrunde ist völlig offen. Möglicherweise ist darin auch die Zurückhaltung in Bezug auf Gold begründet. Mit den aktuellen Daten zum US-Verbrauchervertrauen (ermittelt durch Reuters/Uni Michigan) hält der heutige Freitag noch ein Highlight bereit.

Kurzum: Gold konsolidiert; aus bullischer Sicht idealerweise oberhalb von 1.490 US-Dollar. Die zentrale Unterstützung sehen wir unverändert im Bereich von 1.430 / 1.450 US-Dollar. Darunter sollte es nicht gehen. Auf der Oberseite sind die Bereiche um 1.525 US-Dollar und 1.550 US-Dollar von Relevanz.

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