Das zum Zeitpunkt unserer letzten Kommentierung in Bezug auf Gold noch möglich erscheinende Erholungsszenario ist bis auf weiteres ausgeknockt worden. Notierte das Edelmetall zum damaligen Zeitpunkt oberhalb von 1.300 US-Dollar und besaß damit immerhin die Chance auf die Installierung eines neuen Aufwärtsimpulses, steht es nun bildlich gesprochen mit dem Rücken zur Wand. Die Wand wird hierbei vom massiven Unterstützungsbereich um 1.280 US-Dollar gebildet. Das Scheitern am kurzfristige Abwärtstrend, das vor wenigen Tagen zu beobachten war, war in diesem Zusammenhang demnach ein erster Vorbote der aktuellen Entwicklung.

Aktuell droht der signifikante Bruch dieser eminent wichtigen Unterstützung. Dabei definiert sich die Signifikanz nicht nur über die in diesem Fall US-Dollar, die Gold darunter notieren könnte, sondern auch über die Zeitschiene. Je länger Gold unterhalb von 1.280 US-Dollar notieren würde, desto signifikanter wäre der Bruch. Ein kurzes Abtauchen unter die 1.280 US-Dollar mit rascher Erholung und einer Rückkehr über die 1.280 US-Dollar wäre aus bullischer Sicht durchaus zu tolerieren. Nur ein Wochenschluss unterhalb der Unterstützung würde das ganze Chartbild erheblich eintrüben.

Aktuell ist Gold ein wenig aus dem Fokus der Anleger gerückt. Das ganze Thema Absicherung spielt derzeit offenkundig eine eher untergeordnete Rolle. Die Musik spielt an den Aktienmärkten.  Die starke Performance insbesondere der US-Aktienindizes spricht diesbezüglich Bände. Zuversicht oder vielmehr Hoffnung sind zurück an den Aktienmärkten. Kapital wird aus vermeintlich sicheren Häfen, wie Gold und auch US-Dollar abgezogen und strömt in Aktien.  Ein weiteres Indiz für diese Annahme ist in diesem Zusammenhang auch die aktuelle Entwicklung der Bestandsdaten der physisch besicherten Gold-ETF.

Im Falle von Gold könnte ein Bruch der 1.280er Marke weiter Druck auf den Goldpreis ausüben. Aufgrund der Relevanz dieser Marke könnte ihre Aufgabe eine Fortsetzung der Bewegung bis in den Bereich von 1.250 US-Dollar provozieren. Unter anderem verläuft in diesem Bereich die eminent wichtige 200-Tage-Linie. Ein bärisches Kreuzen der 200-Tage-Linie gilt es, tunlichst zu vermeiden.

Die derzeit zu beobachtende Schwäche hat Gold im Edelmetallsektor nicht exklusiv. Bei Silber sieht es ganz ähnlich aus. Was die 1.280 US-Dollar für Gold sind, sind die 15,0 US-Dollar für Silber. Wobei die Relevanz der 15,0 US-Dollar für die weitere Entwicklung von Silber mit Blick auf die dort verlaufende 200-Tage-Linie womöglich sogar noch ein wenig größer ist. In den vergangenen Monaten stand diese Marke oft im Fokus des Marktes, sei es als Oberseite einer bis Ende 2018 dominierenden Seitwärtsbewegung oder als wichtige Unterstützung im bisherigen Jahresverlauf 2019. Nun sind die 15,0 US-Dollar als eminent wichtige Unterstützung also erneut gefragt. Ein deutliches Unterschreiten der Zone würde sofort die Range aus dem vierten Quartal 2018 wieder aktivieren. Ein Test der 14,0 US-Dollar und damit der Unterseite der ehemaligen Handelsspanne wäre im Falle des Falles nicht auszuschließen.


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