Goldman prognostiziert, dass die Wirtschaft der Eurozone noch in diesem Jahr in eine Rezession abgleiten werde. Deutschland und Italien würden besonders starke Rückgänge bevorstehen.

Goldman Sachs prognostiziert nun eine Rezession in der Eurozone noch in diesem Jahr. Nicht nur wegen der Sorge, dass Russland den Gashahn zudreht, sondern auch wegen einer Verlangsamung der Produktion im Dienstleistungssektor.

Die Rezession werde bis zum Jahresende andauern, so die Ökonomen um Jari Stehn. Sie gehen davon aus, dass die Wirtschaft der Eurozone im dritten Quartal um 0,1 Prozent und im vierten Quartal um weitere 0,2 Prozent sinken wird. 2023 werde das wirtschaftliche Wachstum zurückkehren.

Die Gründe für den Abschwung seien laut Goldman unter anderem Unterbrechungen der Energielieferungen aus Russland und das Ende des Aufschwungs im Dienstleistungssektor nach der Pandemie. Zudem spielen eine schwächere globale Dynamik und politische Turbulenzen in Italien tragende Rollen.

"Während sich die Abschwächung der Industrietätigkeit schon seit einiger Zeit abzeichnete, war die deutliche Verlangsamung des Dienstleistungswachstums eine Überraschung. Das deutet darauf hin, dass der Aufschwung im Dienstleistungssektor nach dem Omikron-Effekt nun größtenteils hinter uns liegt", zitiert Bloomberg die Ökonomen. Es gebe keinen Exportboom zur Rettung, da die USA und China ebenfalls zu kämpfen hätten.

"Im Ländervergleich sehen wir Deutschland und Italien in der zweiten Jahreshälfte in einer deutlichen Rezession, während Spanien und Frankreich weiter wachsen", so die Bank.

Und weiter: "Die Risiken für unsere Prognose tendieren zu einer stärkeren Rezession im Falle einer noch schwerwiegenderen Unterbrechung der Gasflüsse, einer erneuten Periode staatlicher Spannungen oder einer Rezession in den USA".

Autorin: Gina Moesing, wallstreet:online Zentralredaktion

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