FRANKFURT (dpa-AFX) - Gold ist als Anlage angesichts der Zinsflaute auf dem Sparbuch zunehmend gefragt. Privatleute in Deutschland besitzen mittlerweile die Rekordmenge von 9089 Tonnen des Edelmetalls - mehr als die Hälfte davon (5194 Tonnen) in Form von Barren und Münzen. Diese Zahlen haben Forscher der Steinbeis-Hochschule Berlin für die Reisebank auf Basis einer repräsentativen Befragung von 2000 Erwachsenen errechnet. Seit der vorigen Erhebung aus dem Jahr 2019 nahm die als Wertanlage angeschaffte Goldmenge der Privathaushalte hierzulande demnach um 269 Tonnen zu.

Die Corona-Pandemie habe der Nachfrage nach Gold als sicherem Hafen einen weiteren Schub verliehen, stellte Studienautor Jens Kleine vom Steinbeis Research Center for Financial Services fest. "Die Attraktivität von Gold wird aus Sicht der Befragten auch nach dem Abflachen der Pandemie auf anhaltend hohem Niveau verbleiben", sagte er. "Die Menschen in Deutschland haben in der Krise erneut festgestellt, dass Gold eine wichtige Schutzfunktion für Ihr Erspartes, insbesondere in Krisen-Zeiten, bietet."

Zum Zeitpunkt der Fertigstellung der Studie Anfang Februar hatte der Goldschatz der privaten Haushalte in Deutschland einen Wert von 450 Milliarden Euro. Gut zwei Drittel der Bundesbürger (68 Prozent) besitzen der Studie zufolge Gold in Form von Schmuck, Barren oder Münzen oder mittelbar über ein spezielles Wertpapier. Das Edelmetall verliert trotz Preisschwankungen seinen Wert auch in Krisenzeiten nie ganz. Allerdings gibt es für Gold weder Zinsen noch Dividenden./ben/DP/zb