BERLIN (dpa-AFX) - Die Grünen sehen in dem von Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) vorgelegten Entwurf einer Nationalen Wasserstrategie keinen Fortschritt beim Wassermanagement. "Der Nationale Wasserdialog war Zeitverschwendung. Es ist gut, Herausforderungen mit Stakeholdern zu diskutieren, aber es ist nutzlos, wenn am Ende die Umsetzung fehlt", sagte die Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion für Umweltpolitik, Bettina Hoffmann, der "Rheinischen Post" (Mittwoch).

Schulze hatte am Dienstag einen Plan bis 2030 vorgestellt, um drohender Wasserknappheit vorzubeugen, und dazu Investitionen in Höhe von einer Milliarde Euro vorgeschlagen. Der Entwurf müsste noch von einer künftigen Bundesregierung verbindlich verabschiedet werden.

Hoffmann betonte, neben der Sicherung der Trinkwasserversorgung müsse gleichzeitig auch der Wasserbedarf in Landwirtschaft und Industrie gedeckt werden. "Dafür ist etwa eine Priorisierung bei der Nutzung verschiedener Wasserqualitäten sehr sinnvoll. Nicht immer muss wertvolles Grundwasser genutzt werden", sagte Hoffmann. So könnten etwa Landwirte ihre Felder mit Regenwasser oder recyceltem Wasser bewässern statt Frischwasser in Trinkqualität zu nutzen. Es sei ein Fehler gewesen, dass Schulze etwa das Landwirtschaftsministerium nicht beteiligt habe, sagte Hoffmann der Zeitung.

Der Städte- und Gemeindebund sieht auch die Verbraucher in der Pflicht. "Aufgrund der steigenden Wassernachfrage in Hitzeperioden muss auch auf einen verantwortungsvollen Umgang mit der Ressource Trinkwasser hingewirkt werden. Verbraucher müssen konsequent abwägen, ob der Wasserverbrauch in allen Fällen erforderlich ist

- etwa bei der Gartenbewässerung", sagte Hauptgeschäftsführer Gerd

Landsberg dem Blatt. "Im Einzelfall sollte die Entnahme von Wasser für die Grundstücksbewässerung durch die lokalen Wasserversorger untersagt werden." Bei regionaler Knappheit müsse die öffentliche Wasserversorgung Vorrang gegenüber anderen Nutzungen haben./len/DP/stk