BADEN-BADEN (dpa-AFX) - Der wegen seiner Bilanzierung in der Kritik stehende Leasingspezialist Grenke hat im ersten Quartal auch wegen der Corona-Pandemie deutlich weniger Neugeschäft verbucht als im Vorjahr. Das Leasing-Neugeschäft sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um gut 46 Prozent auf 365,8 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Mittwoch in Baden-Baden mitteilte. Die Marge gemessen am Deckungsbeitrag stieg dagegen im Vergleich zum Vorjahr leicht an auf 19,5 Prozent (18,2% Vorjahr). Dies sei auf den Fokus auf das profitable Small-Ticket-Geschäft zurück zuführen. Als "Small-Tickets" werden Leasing-Verträge im Volumen zwischen 500 und 25 000 Euro bezeichnet.

Zum Stand der Untersuchungen bezüglich der Kritik an der Bilanzierung rechnet Grenke bald mit Neuigkeiten. Aktuell laufen die Prüfungen durch die von der BaFin mandatierte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Mazars sowie der parallelen Jahresabschlussprüfung durch KPMG noch. Grenke erwarte den Abschluss der Prüfungen sowie das Testat des Konzernjahresabschlusses in den kommenden Wochen, hieß es. Vor diesem Hintergrund beabsichtigt Grenke, am 30. April die Geschäftsjahreszahlen 2020 - gegebenenfalls auch vor Erteilung des Testats - zu veröffentlichen.

Grenke ist im vergangenen Jahr mit seinem Geschäftsmodell und der Behandlung von Franchise-Gesellschaften ins Kreuzfeuer von Leerverkäufern am Aktienmarkt gekommen. Diese warfen dem Unternehmen Manipulation vor. Seitdem versucht die Grenke die Vorwürfe zu entkräften./stk/mis