LONDON (dpa-AFX) - Als Reaktion auf den Brexit hat Großbritannien inzwischen Handelsverträge mit mehr als 50 Staaten außerhalb der Europäischen Union geschlossen. Als jüngste Vereinbarung gab die Regierung in London am Dienstag einen Handelspakt mit Kenia bekannt. Das Handelsvolumen mit dem ostafrikanischen Staat lag im vergangenen Jahr bei umgerechnet etwa 1,5 Milliarden Euro. Wichtigste Importe aus der früheren Kolonie sind Tee, Kaffee, Gewürze, Gemüse und Schnittblumen.

Das gesamte Handelsvolumen mit den insgesamt 55 Staaten, mit denen es Vereinbarungen gibt, lag im vergangenen Jahr bei 170 Milliarden Pfund (187 Mrd Euro). Besonders wichtig für Großbritannien ist die im Oktober besiegelte Abmachung mit dem wirtschaftlichen Schwergewicht Japan. Hinzu kommen Verträge etwa mit Kanada, Südkorea, Südafrika, Ägypten, der Schweiz sowie den Nordsee-Anrainern Norwegen und Island.

Wegen des Austritts aus der Europäischen Union muss Großbritannien alle Vereinbarungen neu verhandeln, wenn es nicht unter den Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) Handel treiben will - dies ginge oft mit höheren Zöllen auf viele Produkte einher. Im Streit über einen Handelspakt mit der EU will Premierminister Boris Johnson in den kommenden Tagen zu einem Treffen mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen nach Brüssel reisen./bvi/DP/jha