BERLIN (dpa-AFX) - Eine große Mehrheit der Schülerinnen und Schüler glaubt einer Umfrage zufolge, dass sie durch die monatelangen Schulschließungen wegen Corona Lernrückstände aufgebaut haben. Mehr als ein Viertel geht sogar von deutlichen Rückständen aus. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung von Fünft- bis Zehntklässlern im März und April durch das Institut für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Deutschen Telekom Stiftung.

Demnach gehen 52 Prozent der befragten Kinder und Jugendlichen davon aus, dass sie und ihre Mitschüler beim Lernstoff "etwas" im Rückstand sind. 27 Prozent gehen von einem "deutlichen" Rückstand aus. Die Eltern sehen das ähnlich: 81 Prozent gehen davon aus, dass durch die Schulschließungen Lernrückstände aufgebaut wurden.

Beim sogenannten Homeschooling ziehen Schüler und Eltern eine gemischte Bilanz: 58 Prozent der Kinder und Jugendlichen gaben an, damit gut oder sehr gut zurechtgekommen zu sein, 38 Prozent weniger oder gar nicht gut. Schüler mit besseren Leistungen und an Gymnasien hatten demnach weniger Probleme als leistungsschwächere Schüler und Jungen und Mädchen an Hauptschulen.

Das Urteil der Eltern, von denen viele monatelang den Spagat zwischen Arbeit und Ersatzlehrer schaffen mussten, fällt ebenfalls gemischt aus: 53 Prozent gaben an, die Familie sei mit dem Lernen und dem Unterricht von zu Hause aus gut oder sogar sehr gut zurechtgekommen, 42 Prozent ziehen dagegen eine negative Bilanz./jr/DP/ngu