BERLIN (dpa-AFX) - Angesichts steigender Kosten durch die Gasumlage fordert der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, Andreas Audretsch, weitere Entlastungen in diesem Jahr. "Die Gasumlage ist nötig, um einen Zusammenbruch der Gasversorgung zu verhindern", sagte Audretsch am Montag. Sie sei unter der Bedingung richtig, dass gleichzeitig Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen substanziell entlastet würden. "Ein weiteres Entlastungspaket erst 2023 wäre zu spät."

Um Gasimporteure zu stützen, müssen Kunden ab Herbst eine Umlage von 2,419 Cent pro Kilowattstunde zahlen. Mit ihr werden erhöhte Beschaffungskosten von Importeuren an die Kunden weitergegeben.

Neben anderen Entlastungen plädierte Audretsch für eine Übergewinnsteuer. Über eine solche Sondersteuer wird diskutiert, weil besonders Energieunternehmen von den höheren Preisen durch den Ukraine-Krieg profitieren. "Es ist nicht zu erklären, dass Menschen einerseits eine Umlage zahlen, während Mineralölkonzerne gleichzeitig völlig leistungslos Krisengewinne in Milliardenhöhe einfahren", sagte der Politiker. Der "Diktator Putin" versuche, die Gesellschaft in Deutschland mit hohen Preisen zu destabilisieren. "Das dürfen wir nicht zulassen." Der soziale Frieden müsse gesichert werden./wem/DP/men