BERLIN (dpa-AFX) - Nach dem Vorschlag von Wirtschaftsminister Robert Habeck für eine AKW-Reserve will die Spitze seiner Partei bei der Basis für das Vorhaben werden. Die Entscheidung sorge für die nötige Versorgungssicherheit in einem Worst-Case-Szenario, sagte Co-Chef Omid Nouripour der Deutschen Presse-Agentur. "Die Entscheidung zeigt zugleich: Der Krieg Putins zwingt uns zu Lösungswegen, die wir so nicht vorhersehen konnten." Der Parteivorstand werde bei der Basis für diese Schritte werben. "Wir werden deshalb auf dem Parteitag nicht nur die Waffenlieferungen an die Ukraine zur Abstimmung stellen, sondern auch die befristete AKW-Reserve."

Nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" will der Bundesvorstand der Grünen noch in dieser Woche einen entsprechenden Dringlichkeitsantrag für den Parteitag im Oktober einbringen. Eine Abkehr vom Atomausstieg schloss Grünen-Chefin Ricarda Lang in der Zeitung aus.

Habeck will im Fall von Stromengpässen zwei der drei verbliebenen deutschen Atomkraftwerke noch bis April nutzen können. Dafür möchte der Grünen-Politiker Isar 2 in Bayern und Neckarwestheim in Baden-Württemberg bis Mitte April 2023 in einer Reserve bereithalten.

Lang sagte der "Süddeutschen Zeitung", ihr sei wichtig zu betonen, dass die tatsächliche Nutzung der beiden AKW nur die "Ultima Ratio" sei. Die Ampel werde alles in Bewegung setzen, "um die Netzsicherheit auf anderem Wege zu garantieren, etwa mit einer Ausweitung des Lastmanagements und einer Erhöhung der Transportkapazitäten"./hrz/DP/nas