GLASGOW (dpa-AFX) - UN-Generalsekretär hat den 200 Staaten auf der UN-Klimakonferenz ins Gewissen geredet, ihre insgesamt unzureichenden Pläne zum Klimaschutz zügig nachzubessern. Klimaneutralität erfordere schnelle und nachhaltige Einschnitte beim Ausstoß von Treibhausgasen noch in diesem Jahrzehnt, sagte Guterres am Donnerstag in Glasgow. Die Versprechen viele Länder klängen aber hohl, wenn die Öl-, Gas- und Kohleindustrie weltweit immer noch Billionen an Subventionen erhalte, wie es der Internationale Währungsfonds festgestellt habe. "Oder wenn Staaten immer noch Kohlekraftwerke bauen. Oder wenn Treibhausgasemmissionen immmer noch keinen Preis haben - was Märkte und Investitionen verzerrt."

Guterres sagte, die weltweiten Emissionen klimaschädlicher Treibhausgase müssten schon bis 2030 um 45 Prozent sinken. Anders sei das gemeinsame Ziel nicht zu erreichen, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen im Vergleich zur vorindustriellen Zeit. Die bei den UN eingereichten Klimaschutzpläne müssten daher ehrgeiziger werden, denn zurzeit gebe es eine "tiefe und reale Glaubwürdigkeitslücke". Guterres fügte an: "Jedes Land, jede Stadt, jede Firma, jede Finanzinstitution muss radikal, glaubwürdig und nachvollziehbar ihre Emissionen runterfahren und ihre Portfolios entsprechend bereinigen - und zwar ab jetzt."

Geplantes Ende der Mammutkonferenz mit mehr als 40 000 Delegierten ist am Freitagabend. In den Vorjahren wurde die Konferenz immer verlängert./toz/DP/zb