BERLIN/LWIW (dpa-AFX) - Der Linken-Außenpolitiker Gregor Gysi hofft auf geheime Verhandlungen zwischen Russland und den USA zur Beendigung des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine. "Worauf ich ausnahmsweise mal hoffe - sonst bin ich ja immer dagegen - auf Geheimdiplomatie", sagte Gysi, der sich zur Zeit auf einer mehrtägigen Reise durch die Ukraine befindet, am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. "Ich hoffe, es gibt sie zwischen den USA und Russland." Gysi sieht nach eigenen Angaben kein baldiges Ende des Krieges.

Gysi hatte seine Ukraine-Reise am Dienstag begonnen und will sich bis Sonntag ein Bild von der Lage machen. Er berichtete am Mittwoch telefonisch vom Besuch einer katholischen Suppenküche im westukrainischen Lwiw (Lemberg), die unter anderem Kriegsflüchtlinge versorgt. Dort habe man Medikamente und eine Spende von 3000 Euro überreicht. Später war eine Weiterreise in die Hauptstadt Kiew geplant. Gespräche mit ukrainischen Regierungsvertretern standen zunächst nicht auf der Tagesordnung. Begleitet wird Gysi vom Sprecher der Linksfraktion, Michael Schlick, und dem Kandidaten der Linken bei der Bundespräsidentenwahl im vergangenen Februar, Gerhard Trabert.

Gysi äußerte Verständnis für ukrainische Bitten nach Waffen, lehnte Lieferungen aus Deutschland aber ab. "Natürlich kann ich das nachvollziehen und jedes Land, das angegriffen wird, hat ein Selbstverteidigungsrecht", sagte Gysi. "Nur, ich bin wegen der deutschen Geschichte dagegen, dass Deutschland zum Waffenexporteur wird." Frankreich, Großbritannien und andere Länder hätten eine andere Geschichte, sie könnten sich anders verhalten. Deutschland sollte sich seiner Ansicht nach auf humanitäre Hilfe konzentrieren./jr/DP/ngu