FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Gewerkschaft IG BAU sieht die geplante Anhebung des Mindestlohns im Fall der Gebäudereinigungsbranche nicht nur positiv. "Wenn die Ampelkoalition in spe ernst macht und den allgemeinen Mindestlohn im nächsten Jahr auf 12 Euro setzt, dann liegt die Marge in der Gebäudereinigung drunter", erklärte das Bundesvorstandsmitglied der Gewerkschaft, Ulrike Laux, in einer Mitteilung am Dienstag. "Das wäre katastrophal", meint sie.

Bisher beträgt der tarifliche Mindestlohn in der Branche in der niedrigsten Lohngruppe 11,11 Euro je Stunde und soll ab dem Jahr 2023 auf 12 Euro angehoben werden, so die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt. 500 000 von etwa 700 000 Reinigungskräften dürfen sich dann über eine Lohnerhöhung freuen.

Man müsse aber mit einem höheren gesetzlichen Mindestlohn darauf achten, dass der alte "Mindestlohn-Abstand" nach oben wieder hergestellt werde. "Gebäudereinigerinnen und Gebäudereiniger haben einen harten Job, sie arbeiten im Schichtbetrieb, an Sonn- und Feiertagen und es gibt Jobs, die haben einen besseren Ruf. Deshalb muss es Anreize geben, um Personal zu finden", sagt Laux. Daher fordert die Gewerkschafterin, vorzeitig einen neuen Branchen-Mindestlohn mit den Arbeitgebern zu verhandeln./jce/DP/stw