ERFURT (dpa-AFX) - Der Ausbau erneuerbarer Energien ist nach Ansicht von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) inzwischen zu einem Standortvorteil geworden. Er werde nicht mehr als belastend wahrgenommen, sondern habe stark an Dynamik gewonnen, sagte Habeck am Dienstag in einem Energiegespräch mit Thüringer Unternehmern in Erfurt. Angesichts der hohen Energiepreise sei die Erschließung alternativer Quellen nicht mehr ein von der Politik, sondern ein vom Markt getriebenes Projekt.

Die gestiegene Nachfrage habe die größten Beschleunigungseffizienzen. Dies sei beispielsweise bei Wasserstoff zu beobachten, sagte Habeck. Die Grünen hätten zu Beginn der Regierungszeit die Verdoppelung der Wasserstoff-Produktionsmengen in Deutschland von fünf auf zehn Gigawatt bis 2030 als Ziel gehabt. "Ich glaube, das würde ich heute schon loswerden, wenn ich könnte."

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) sprach sich für eine Verlängerung der geplanten Wasserstoffleitung von Rostock nach Leipzig bis nach Thüringen aus. Umwelt- und Energieministerin Anja Siegesmund (Grüne) sagte, um grünen Wasserstoff vor Ort produzieren zu können, sei etwa überschüssiger Windstrom notwendig, an dem es derzeit noch fehle in Thüringen./geh/DP/stw