BERLIN (dpa-AFX) - Ein Jahr nach Inkrafttreten des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes lobt der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, Hans Peter Wollseifer, die Neuerungen. Das Gesetz habe "die Weichen für eine arbeitsmarktorientierte Zuwanderung im Interesse des Handwerks und der deutschen Wirtschaft gestellt", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Das helfe vor allem Handwerksbetrieben bei der Gewinnung neuer Fachkräfte.

Das Handwerk nutze diese Chancen schon heute. So laufe seit Anfang vergangenen Jahres ein gemeinsames Projekt mit der Bundesagentur für Arbeit, das auch das Wirtschaftsministerium unterstütze, und über das Fachkräfte aus Bosnien-Herzegowina für deutsche Handwerksbetriebe gewonnen werden sollten. "In enger Abstimmung mit der bosnischen Arbeitsverwaltung wurden zum Jahreswechsel erste bosnische Fachkräfte rekrutiert, die im Laufe dieses Jahres eine Beschäftigung in Betrieben des Metallbaus, Elektrotechnik sowie Sanitär, Heizung, Klima aufnehmen werden", sagte Wollseifer. Am Projekt beteiligt seien die Handwerkskammern Potsdam, Koblenz und München/Oberbayern.

Am 1. März 2020 trat das neue Fachkräfteeinwanderungsgesetz in Kraft. Bis dahin konnten nur Uni-Absolventen aus Nicht-EU-Staaten ohne Arbeitsplatzangebot in Deutschland nach Jobs suchen. Das wurde nun auch für Fachkräfte möglich, vorausgesetzt sie sprechen Deutsch und können ihren Lebensunterhalt bestreiten. Die Vorrangprüfung, bei der untersucht wird, ob nicht auch ein inländischer Bewerber zur Verfügung steht, entfiel für qualifizierte Ausländer mit Arbeitsvertrag. Visa sollten schneller vergeben werden./hrz/DP/mis