Die Biontech-Aktie kennt seit Anfang April nur eine Richtung: gen Norden. Die frohe Kunde von Ursula von der Leyen, Biontech und Pfizer liefern im 2. Quartal mehr Dosen an die EU aus, war das i-Tüpfelchen für Aktionäre.

Die Impfstoff-Hersteller Biontech und Pfizer wollen bis Ende Juni 250 Millionen Dosen Corona-Impfstoff an die Europäische Union ausliefern. Das sind 50 Millionen Dosen mehr als ursprünglich geplant. Dies teilte die EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen in Brüssel mit. Es handele sich um eine Lieferung, die aus dem vierten Quartal vorgezogen werde und die möglichen Impfstoff-Ausfälle von Johnson & Johnson zum Teil wettmachen könnte.

Weitere Themen, mit denen sich unsere w:o Community auseinandersetzte, waren die Konkurrenzfähigkeit von Curevac und Bayer sowie die wohl schwächere Schutzwirkung der chinesischen Wirkstoffe. Der Leiter des chinesischen Zentrums für Krankheitskontrolle- und prävention, Gao Fu, hat eine niedrige Wirksamkeit der Corona-Impfstoffe des Landes eingestanden. Chinesische Impfstoffe "haben keine sehr hohe Schutzrate", sagte Gao in der tagesschau. Der letztgenannte Punkt könnte den Mainzern noch in die Karten spielen, denn um die Wirksamkeit seiner Impfstoffe zu erhöhen, erwägt China eine Vermischung verschiedener Präparate, wie es weiter heißt.

Im Biontech-Forum auf wallstreet:online herrscht Optimismus:

siban: „China merkt nun, dass ihre Impfstoffe nicht die besten sind. Ich bin beeindruckt, wie weitsichtig Biontech arbeitet und wie sie den Deal mit Fosun eingefädelt haben. So bekommt China den gewünschten chinesischen Impfstoff. Sie bestellen sicher nicht beim amerikanischen mRNA-Konkurrenten.“

tomcat69: „Der Einsicht, dass chinesische Impfstoffe nur eine geringe Schutzwirkung haben, folgt die Erkenntnis, dass die mRNA-Technologie die Zukunft ist. Das ist der Beginn eines Paradigmenwechsels. … Einen rein chinesischen mRNA-Impfstoff sehe ich in absehbarer Zeit nicht.“

Artikel14: „Dividende wird überschätzt. Besser sind Investitionen, um alle wichtigen Chancen zu nutzen, um die Pandemie zu bekämpfen und um den Unternehmenswert zu steigern. Lieber 20 Euro Wert pro Aktie mehr als zwei Euro Dividende!“

ThouShouldPraise: „Biontech hat einen Schutz in der Phase III Studie von 95,4 Prozent. Das wird nicht höher, wenn man vorher Astrazeneca spritzt. Und ob Curevac ein Konkurrent ist? Zurzeit nicht – die haben keinen zugelassenen Impfstoff. Danach auch erstmal nicht, weil die jährliche Produktionskapazität bei nur 300 Millionen Dosen liegt. Wer jetzt sagt: ‚Aber die haben doch Bayer – die können 160 Millionen Dosen im Jahr 2022 produzieren.‘ Das macht bei Biontech der Pförtner bis zur Mittagspause.“

WellsFargo24: „Man kann sich ja mal die Marktkapitalisierung von anderen großen Pharmafirmen ansehen und diese mit Biontech vergleichen. Pfizer und Roche sind natürlich eine andere Liga: Hier sprechen wir von den weltweit größten Pharmakonzernen. Kurzfristig halte ich eine Marktkapitalisierung in der Nähe von Bayer für gar nicht so unrealistisch. Biontech wird aber weitere Produkte benötigen, damit der Kurs gehalten oder gar über dem von Bayer liegen wird. Ich glaube, Pfizer macht den Großteil des Umsatzes mit einem Produkt. Ein wenig mehr Diversifikation wäre aber schon gut. Ein Grippeimpfstoff, der nachhaltig und langfristig Umsätze sichert, auch wenn er Pfizer gehört, schadet da auf keinen Fall.“

axel1975: „Curevac rühmt sich, mit weniger Impfstoff pro Dose auszukommen. Vielleicht erklärt das ein bisschen, wieso deren Kurs so abgeht im Vergleich zu Biontech. Die Vertragslage und die Produktionskapazitäten sprechen für die Mainzer.“

dummbeidel: „Es sieht gut aus. Von 50 Millionen Dosen bekommt Deutschland etwa ein Fünftel. In der Planung waren 30 Millionen Dosen für Mai/Juni 2021 vorgesehen. Mit 20 Millionen Dosen im Monat können 667.000 Impfungen am Tag durchgeführt werden. Das dürfte das Auffangen, was andere liefern wollten/könnten/sollten.“

Limmin: „Ich habe bei etwa 105 Euro meine Tradingposition versilbert, da ich auf kurzfristige Gewinnmitnahmen spekuliert habe. Der Kurs lief mir davon, im Nachhinein war es kurzfristig ein Fehler, denn ich habe teurer zu 110 Euro nachgekauft. Es klingt irre, aber ich bin aktuell mit etwas Minus bei der neuen Position beruhigter, als nicht zurück gekauft zu haben. Letztendlich habe ich mich nun dazu entschlossen, auch diese Position wahrscheinlich langfristig zu halten. Die Aussichten werden immer besser und die hier geschrieben Infos zu Biontech werden nach und nach durch die Medien bestätigt. Danke an die Community für die zahlreichen Infos! Für mich ist Biontech derzeit eines der aussichtsreichsten Unternehmen an der Börse für die kommenden Jahre.“

Bis zum nächsten Börsengeflüster,

Autor: Nicolas Ebert, wallstreet:online Zentralredaktion

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