BERLIN (dpa-AFX) - Mit einer deutlichen Erhöhung der sogenannten Ausgleichsabgabe will Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) den Druck auf Unternehmen zur Anstellung von Menschen mit Behinderung erhöhen. Eine der wichtigsten Säulen des Schwerbehindertenrechts sei die Beschäftigungspflicht für Unternehmen, sagte Heil am Donnerstag auf einer Konferenz des Deutschen Behindertenrates.

Viele Unternehmen hätten dies erkannt. "Doch genauso gibt es nach wie vor auch Unternehmen, die sich wegducken vor ihrer Verantwortung oder die Potenziale von Menschen mit Behinderungen für ihr Unternehmen noch nicht erkannt haben", sagte Heil.

Ab dem Jahr 2022 sollen Unternehmen ohne Mitarbeiter mit Schwerbehinderung pro unbesetztem Platz 720 Euro zahlen müssen. In Deutschland sind Unternehmen mit mehr als 20 Beschäftigten dazu verpflichtet, fünf Prozent ihrer Stellen mit schwerbehinderten Menschen zu besetzen. Heute müssen Firmen, die gar keinen solchen Beschäftigten haben, 320 Euro zahlen.

"Es ist jetzt ein Punkt erreicht, wo wir sagen müssen: Es reicht. Für die "Nullbeschäftiger" habe ich wirklich auch null Verständnis", sagte Heil. Der Schritt sei längst überfällig. Die Teilhabe von Menschen mit Behinderung dürfe keine Frage der Wirtschaftlichkeit sein./trö/DP/jha