BERLIN (dpa-AFX) - Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) erwartet, dass viele ukrainische Flüchtlinge längerfristig in Deutschland bleiben werden. "Unsere Gesellschaft, unser Land muss in diesen Zeiten großherzig bleiben", sagte Heil am Montag in Berlin. Die ankommenden Menschen müssten unmittelbar versorgt werden. "Aber es wird länger dauern, und deshalb wird es auch um Integration in diesem Land gehen", sagte Heil. "Es wird darum gehen, einen guten Zugang zum Arbeitsmarkt zu öffnen." Er setze sich dafür ein, "dass die Menschen, die zu uns kommen, auch die Chance haben, wo immer es geht, Arbeit aufnehmen zu können und eine ordentliche Krankenversorgung zu bekommen", sagte Heil.

Aus den Erfahrungen der Balkankriegen und der Flüchtlingsbewegung ab 2015 konnte Deutschland nach Heils Worten lernen, dass es sich um eine längerfristige Aufgabe handele. Das Thema werde Deutschland länger beschäftigen, und deshalb werde es um Integration gehen, um gleichberechtigte Teilhabe. Zentral seien dabei gute sozialen Dienstleistungen etwa für Kinderbetreuung und Spracherwerb.

Die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) sagte: "Meine Träume sind davon sehr geprägt, von den schlimmen Bildern, die man jeden Tag sieht, von den Eindrücken, von den Gesprächen mit den Menschen. Und ganz konkret versuchen wir hier in Berlin, die vielen Tausende, die ankommen, gut zu versorgen."

Das Bundesinnenministerium weiß nach eigenen Angaben - Stand Montagmorgen - von 50 294 eingereisten Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine. Nach Erwartung des Berliner Senats werden auch in der neuen Woche Tausende Menschen in die Hauptstadt kommen./bw/DP/eas