BERLIN (dpa-AFX) - Aus Sicht von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hat Deutschland viel für die Weiterbildung getan, steht aber auch künftig vor wichtigen Aufgaben. Der Weg zu einer "Weiterbildungsrepublik" müsse konsequent weitergegangen werden, um das Potenzial der Menschen zu nutzen und ihnen neue Chancen im Berufsalltag zu bieten, forderte Heil am Dienstag bei der Vorstellung eines Umsetzungsberichts zur Nationalen Weiterbildungsstrategie.

Weiterbildung sei eine Gemeinschaftsaufgabe, die im Interesse der Unternehmen, der Beschäftigten und von Staat und Gesellschaft liege. "Es geht zum einen um die Wettbewerbsfähigkeit unserer Volkswirtschaft, aber auch um den sozialen Frieden", sagte Heil.

Konkret betonte der Minister etwa die Forderung nach einem Rechtsanspruch auf staatlich geförderte Bildungszeiten, die so selbstverständlich sein müssten wie die Elternzeit. Davon könnten aus seiner Sicht in den nächsten zehn Jahren rund zwei Millionen Beschäftigte profitieren.

Die im Juni 2019 gestartete Nationale Weiterbildungsstrategie müsse in der nächsten Legislaturperiode weitergeführt werden, sagte Heil. Sie war vom Bundesbildungsministerium und dem Bundesarbeitsministerium gemeinsam mit dem Bundeswirtschaftsministerium, der Bundesagentur für Arbeit, den Ländern sowie Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden eingeführt worden. Dem vorgestellten Bericht zufolge sind drei Viertel der vereinbarten Maßnahmen umgesetzt oder auf den Weg gebracht worden.

Auch Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) sagte, der Zugang zu Weiterbildung sei im Zuge der Strategie für viele Menschen bereits besser geworden. Die Digitalisierung, Kundenorientierung und Fördermöglichkeiten seien wesentlich vorangebracht worden. Allerdings seien weitere Schritte nötig, um in Deutschland eine "echte Weiterbildungskultur zu entwickeln", sagte Karliczek: "Es muss einfach, selbstverständlich und auch einfach möglich sein, sich während seines gesamten Erwerbslebens regelmäßig weiterzubilden."/jjk/DP/stw