Henkel (WKN: 604843)-Aktien sind seit Mitte 2017 bis heute (16.08.2022) mit kurzen Unterbrechungen nur gefallen. Dafür gab es Gründe. So ist der Umsatz in den vergangenen fünf Geschäftsjahren kaum gestiegen. Der Gewinn sank sogar von 2.519 auf 1.634 Mio. Euro.

Viele Sondereffekte belasten den Henkel-Gewinn

Als produzierendes Unternehmen litt der Konzern vor allem seit 2020 unter den steigenden Logistik- und Rohstoffkosten. Hinzu kamen Lieferkettenschwierigkeiten und in diesem Jahr auch noch die Folgen des Ukrainekrieges.

So gibt der Konzern nun sein Russland- und Belarus-Geschäft auf und schreibt 281 Mio. Euro ab. Henkel führt aber auch Restrukturierungsmaßnahmen durch, die im ersten Halbjahr 2022 etwa 232 Mio. Euro kosteten.

Aufgrund dieser Effekte fiel der Gewinn im ersten Halbjahr 2022 abermals um 52,7 % auf 448 Mio. Euro. Der Einschnitt ist wahrscheinlich auch im Gesamtjahr 2022 kaum auszugleichen. Und dennoch gibt es jetzt Hinweise auf zukünftig wieder steigende Ergebnisse.

Erste Anzeichen der Erholung  

So ist beispielsweise der Umsatz in den ersten sechs Monaten des Jahres um 9,9 % auf 10.913 Mio. Euro gestiegen.

Hinzu kommt, dass sich die Lieferkettenschwierigkeiten langsam auflösen und somit die Logistikkosten sinken könnten. Gut erkennbar ist diese Entwicklung beispielsweise an der Hapag-Lloyd (WKN: HLAG47)-Aktie, die gerade korrigiert.

Darüber hinaus sind viele Rohstoffpreise bereits gesunken. Inflationshauptreiber war der Erdölpreis, der sich seit Anfang März auf dem Rückzug befindet und seitdem schon mehr als 31 % gesunken ist (16.08.2022). Einzig der europäische Erdgaspreis bereitet weiterhin Sorgen. Doch auch er sollte spätestens ab 2023 durch neue Lieferanten sinken.

Henkel sieht sich selbst nicht als energieintensives Unternehmen und produziert lokal, wodurch die Flexibilität zunimmt. Der Konzern arbeitet zudem daran, Erdgas durch andere Energieträger zu ersetzen. Der Erdgaspreis und eine schwere Rezession bleiben jedoch weiterhin Risikofaktoren für die Henkel-Aktie.

Henkel hebt die Prognose an

Doch in den letzten Wochen reagieren die Wertpapiere kaum noch auf Russlands Erdgas-Lieferkürzungen, was auf eine Wende hindeutet.

Im Gesamtjahr 2022 rechnet Henkel mit einem organischen Umsatzanstieg von 4,5 bis 6,5 %, was über dem Durchschnitt der letzten Jahre liegen würde. Die EBIT-Marge erwartet der Konzern zwischen 9 und 11 % und das wechselkursbereinigte Ergebnis je Vorzugsaktie sinkt voraussichtlich zwischen 15 und 35 %.

„Die Umsatzentwicklung in den ersten sechs Monaten liegt in einem außerordentlich schwierigen Umfeld über den bisherigen Erwartungen für das Gesamtjahr. Die Ergebnisgrößen entwickelten sich im Rahmen unserer Konzernprognose für das Geschäftsjahr 2022. Mit Blick auf die bisherige Entwicklung haben wir für den Konzern unsere Jahresprognose für das organische Umsatzwachstum angehoben und für die Ergebnisgrößen, EBIT-Marge und Ergebnis je Aktie bestätigt“, so Henkels Vorstandsvorsitzender Carsten Knobel.

Henkel-Aktien sind weiterhin unterbewertet. Steigt der Gewinn infolge der sinkenden Inflation und Restrukturierungsmaßnahmen wieder stärker an, sollten die Aktien nachziehen.

Der Artikel Henkel-Aktie: Warum das Schlimmste vorüber sein könnte ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Christof Welzel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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Autor: Christof Welzel, Motley Fool beitragender Investmentanalyst (TMFcwelzel)


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