HAMBURG/ODESSA (dpa-AFX) - Der Hamburger Hafen- und Logistikkonzern HHLA holt Angehörige von Beschäftigten seiner Terminaltochter im ukrainischen Odessa in die Hansestadt. Wohnen werden die Geflüchteten vorübergehend bei HHLA-Mitarbeitenden. "Im Hauptgebäude des Unternehmens kamen rund 80 Frauen, Kinder und ältere Menschen, die sich für eine Flucht aus ihrer Heimat entschieden haben, mit zwei von der HHLA gecharterten Reisebussen an", teilte das Unternehmen mit. "Ein dritter Bus mit weiteren 40 Geflüchteten wird in den nächsten Tagen erwartet."

Rund 70 HHLA-Beschäftigte sowie deren Verwandte und Nachbarn haben sich den Angaben zufolge auf einen Aufruf hin gemeldet und eine Unterkunft im eigenen Heim zur Verfügung gestellt. "Die deutschen Beschäftigten bieten den Geflüchteten nicht nur ein "Zuhause" für die erste Zeit, sondern sind auch erste Ansprechpartner und Begleitung für die anstehenden Behördengänge", hieß es. Unterstützt würden sie von HHLA-Mitarbeitenden mit ukrainisch-russischen Sprachkenntnissen. "Zusammenhalt und sich aufeinander zu verlassen, das sind Merkmale unserer Unternehmenskultur, die sich in diesen schwierigen Zeiten genauso bewähren wie im Arbeitsalltag", sagte HHLA-Chefin Angela Titzrath.

Die HHLA betreibt den Containerterminal im Hafen der Stadt an der Schwarzmeerküste seit 2001. Das Unternehmen hatte den Betrieb des Terminals vor zwei Wochen unmittelbar nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine eingestellt. Beschäftigt sind dort rund 480 lokale Mitarbeiter, die umgehend nach Hause geschickt wurden./kf/DP/eas