Wayne Gretzky war der beste Eisjockeyspieler aller Zeiten, und seine Spielphilosophie hatte daran großen Anteil. „Gehe nicht dahin, wo der Puk ist“, sagte der Kanadier. „Gehe dahin, wo der Puk sein wird.“

Man lehnt sich nicht weit aus dem Fenster, wenn man behauptet, dass technologischer Fortschritt und Digitalisierung so etwas sind wie der Puk der Wirtschaft: Kaum eine Branche, die nicht gut daran täte, deren Entwicklung zu antizipieren. Nach einer Studie der Managementberatung Kearney wächst der weltweite Wert der Tech-Unternehmen seit 2014 jährlich um 14,5 Prozent, hängt in Europa bereits ein Fünftel der Bruttowertschöpfung von Hightech ab. Die Frage ist nur: In welchem Teil des Spielfelds liegt der so richtungsweisende Faktor für Ökonomie und Finanzmärkte heute – und in welchem morgen?

Die Antwort für die Gegenwart ist auf den ersten Blick ziemlich eindeutig. Die USA und Asien dominieren das Geschehen. Ob wir eine Whatsapp schreiben, bei Amazon ordern, Android-Handys für Tweets nutzen oder mit iPhones googeln: Die gängigen digitalen Dienste werden von amerikanischen Konzernen betrieben. Dazu kommt, dass Asien rasant aufholt, insbesondere China. 2019 meldete das Land laut Kearney mehr als dreieinhalbmal so viele High-Tech-Patente an wie noch fünf Jahre zuvor. Damit kamen 2019 auf ein einziges europäisches Hightech-Patent mehr als 12 Patente dieser Kategorie aus Fernost, insbesondere auf den Gebieten Batterien, Cloud und KI.

Raus aus der Chipfalle

Die technologische Weltspitze und wirtschaftliche Eigenständigkeit sind das unlängst auf dem Nationalen Volkskongress erklärte Ziel Chinas. Der Fünfjahresplan bis 2025 schließt milliardenschwere Investitionen in Künstliche Intelligenz, Quanteninformatik, Medizin sowie Gen- und Biotechnologie ein. Dabei ist gerade die deutsche Abhängigkeit von China groß. Das betrifft nicht nur beispielsweise Daimler oder BASF, die derzeit von Pekings rascher Bewältigung der Pandemie profitieren. Gemäß Erhebungen der Unternehmensberatung EY betrug der Anteil des China-Geschäfts beim Pharmaunternehmen Merck 14,4 und bei Siemens 12,7 Prozent. Der Chiphersteller Infineon kommt sogar auf 29,1 Prozent.

Genau diese Branche ist jedoch die Achillesferse der chinesischen Ambitionen. Das Land hängt von der ausländischen Chipindustrie ab, die von den USA beherrscht wird. Nach den Zahlen der amerikanischen Semiconductor Industry Association (SIA) ist China mit einem Weltmarktanteil von nur fünf Prozent weit abgeschlagen. Europa liegt allerdings nur vier Prozentpunkte darüber. Deswegen will man dort jetzt der „Chipfalle“ durch die Investition eines deutlich zweistelligen Milliardenbetrags in die Halbleiterherstellung entkommen. In Deutschland, wo Automobilhersteller wie Volkswagen unlängst durch Lieferengpässe große Schwierigkeiten hatten, die Produktion aufrecht zu erhalten, will die öffentliche Hand bis zu 40 Prozent der Summe tragen.

Mehr Wachstum wagen

Nicht zuletzt diese Investitionswelle zeigt, dass Europa durchaus das Zeug dazu hat, in der Hightech-Liga mitzuspielen. Vor allem SAP ragt heraus – die Walldorfer Firma ist der nach Umsatz größte europäische und weltweit drittgrößte börsennotierte Softwarekonzern. Aktuell baut er sein Geschäftsmodell für weiteres Wachstum um: Die Software soll in Zukunft insbesondere aus der Cloud zur Verfügung gestellt werden. Auf die setzt auch Teamviewer. Das Unternehmen bietet unter anderem Software für Fernzugriff, IT-Management, Videokonferenzen und die Industrie 4.0 an, ist seit September 2019 im MDAX gelistet und steigerte im abgelaufenen Geschäftsjahr seine Umsätze um 40 Prozent auf 460 Millionen Euro. Die Schwaben profitieren ebenso von den Restriktionen der Corona-Pandemie wie die Vertreter aus dem E-Commerce-Segment, allen voran die Berliner Zalando, HelloFresh und Delivery Hero.

Gerade Delivery Hero sorgte 2020 beim Aufstieg in den DAX für Aufsehen: Als erstes Unternehmen, das ohne Gewinn in den Index kam, sah sich der Lieferkonzern großer Skepsis ausgesetzt. Profitabilität gilt hierzulande immer noch als hohes Gut. In den USA dagegen besitzen Wagniskapitalinvestoren eine lange Tradition. Da solche Investments in Zeiten niedriger Leitzinsen hohe Renditen versprechen, findet man mittlerweile auch diesseits des Atlantiks immer mehr Gefallen an dieser Sichtweise – im Jahr 2020 wurde in Europa so viel Venture Capital investiert wie nie zuvor. In Deutschland ist die Start-up-Metropole Berlin Spitzenreiter in dieser Finanzierungsform. Seit 2016 flossen 12,6 Milliarden US-Dollar an Venture-Capital in die Hauptstadt, die damit den nach London zweithöchsten Wert in Europa verzeichnet.

Rechenpower made in Germany

Ob E-Commerce oder Künstliche Intelligenz, ob Internet der Dinge, Industrie 4.0 oder Telekommunikation: Die Welt der Technologieuntenehmen wächst in alle Richtungen. Damit sie dies tun kann, muss sie exponentiell steigende Datenmengen verarbeiten können. Und dies ist heute eine Herausforderung eigener Art. Um sie bewältigen zu können, braucht es zunehmend nicht nur lediglich gute Rechenzentren, sondern das, was unter dem Begriff High Performance Computing (HPC) firmiert. Experten rechnen damit, dass allein Deep Learning bis 2040 ganze 30 Billionen US-Dollar zur Kapitalisierung des globalen Aktienmarkts beitragen wird – ein riesiges Potenzial für HPC.

Zu den international führenden HPC-Anbietern zählt die Northern Data AG aus Frankfurt am Main, das laut Immobilienberatungsfirma CBRE nach London den zweiten Platz im europäischen Datacenter-Geschäft einnimmt. Das Unternehmen betreibt derzeit sechs dieser Hochleistungsrechenzentren nach einer Multistandort-Strategie in verschiedenen Ländern und entwickelt acht weitere in Europa und Nordamerika. Neben der dank proprietären Technologien extremen Effizienz, die sich auch ökologisch auszahlt, ist die Nachhaltigkeit besonders hervorzuheben: Alle derzeit vorangetriebenen und ein großer Teil der bestehenden Zentren zeichnen sich durch Klimaneutralität aus. Die aktuellen Standorte in Skandinavien arbeiten etwa zu 100 Prozent mit Wasserkraft. Und nicht nur das: Aufgrund der niedrigen Jahresdurchschnittstemperaturen benötigt zum Beispiel das Northern Data-Center in Nordschweden sensationell wenig Strom für die sonst energieintensive Kühlung – deutlich mehr als 90 Prozent der aufgewendeten Elektrizität kommt dort allein der Rechenleistung zugute. So ist Northern Data zwar in Deutschland zu Hause. Doch es geht dahin, wo sich das Engagement im Interesse aller am meisten auszahlt. Ganz so wie der Eishockeyheld Wayne Gretzky, wenn er das nächste Tor schoss.


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