BERLIN (dpa-AFX) - Aus den Hochschulen kommt Kritik an den Ampel-Plänen für künftige Corona-Maßnahmen, die auch deren Schließungen weiterhin ermöglichen sollen. Automatismen bis hin zu Hochschulschließungen in das Infektionsschutzgesetz einzubauen, sei kontraproduktiv und überflüssig, hieß es am Dienstag in einer Mitteilung der Hochschulrektorenkonferenz (HRK). Es gebe keinerlei Hinweise, dass es in Hochschulen bislang zu einem größeren Infektionsgeschehen gekommen sei.

SPD, Grüne und FDP hatten zuletzt angesichts der Corona-Lage ein geplantes Regelwerk für die kommenden Monate verschärft. Bundesländer sollen nun doch weiterhin einige besonders harte Maßnahmen ergreifen dürfen, vorausgesetzt ihre Landtage beschließen das. Dazu zählen Einschränkungen oder Verbote bei Freizeit-, Kultur- oder Sportveranstaltungen, Demos oder Versammlungen und auch Schließungen von Hochschulen. Umfassende Schul-, Restaurant- oder Geschäftsschließungen sollen dagegen ausgeschlossen sein.

"Die Hochschulen haben einen für die Zukunft unseres Landes zentralen Bildungs- und Ausbildungsauftrag. Sie kommen diesem Auftrag seit nunmehr fast zwei Jahren unter den schwierigen Pandemiebedingungen mit großer Umsicht und hohem Verantwortungsbewusstsein nach", sagte HRK-Präsident Peter-André Alt.

Zustimmung kam vom Deutschen Studentenwerk (DSW). Hochschulschließungen dürften, wenn überhaupt, nur als ultima ratio bei erheblichem Infektionsgeschehen in Frage kommen, sagte DSW-Generalsekretär Matthias Anbuhl. "Den Studierenden, die sich in drei reinen Online-Semestern mit älteren Menschen und vulnerablen Gruppen unserer Gesellschaft absolut solidarisch gezeigt haben, können weitere digitale Semester nicht umstandslos zugemutet werden."/jr/DP/he