GÜTERSLOH (dpa-AFX) - Nur jede vierte Leitungsposition an den Hochschulen in Deutschland ist mit einer Frau besetzt. Das zeigt eine am Donnerstag veröffentlichte Auswertung des CHE Centrums für Hochschulentwicklung mit Sitz in Gütersloh. Demnach ist die typische Leitung einer staatlichen deutsche Hochschule weiterhin männlich, Ende 50 und stammt aus Westdeutschland. Der Anteil der Frauen an der Spitze ist 2021 im Vorjahresvergleich leicht um 0,6 Prozentpunkte auf 24,9 Prozent gestiegen. Etwas größer war der Anstieg an den Universitäten. Hier stieg der Anteil der Frauen im Leitungsamt von 23,5 auf 27,5 Prozent.

Seit 2017 wurde rund jede zweite Stelle an den Spitzen der Hochschulen neu besetzt. 2021 gab es acht Führungswechsel. Das Durchschnittsalter des Führungspersonals liegt laut Auswertung bei 59,2 Jahren, an den Universitäten ist es mit 60,6 Jahren rund zweieinhalb Jahre höher als an den Hochschulen für angewandte Wissenschaften.

Nur sieben der 181 Führungskräfte stammen aus dem Ausland. Jede vierte Leitung kommt aus Nordrhein-Westfalen, jede sechste aus Bayern. Nur 15 der staatlichen Hochschulen werden derzeit von Wissenschaftlern aus den ostdeutschen Bundesländern oder Berlin geleitet.

Für die Auswertung hat das CHE die Lebensläufe von 181 amtierenden Präsidentinnen und Präsidenten sowie der Rektoren ausgewertet. Das CHE wird von der Bertelsmann Stiftung und Hochschulrektorenkonferenz getragen./lic/DP/mis