HONGKONG (dpa-AFX) - Bei den Hongkonger Protesten am Mittwoch gegen Auslieferungen nach China sind nach Angaben der Polizei elf Menschen festgenommen worden. 22 Polizisten seien bei den schwersten Ausschreitungen seit fünf Jahren verletzt worden, sagte Polizeichef Lo Wai-chung am Donnerstag. Wegen der Proteste hatte das Parlament seine Beratung über das Gesetz zur Ermöglichung von Auslieferungen an China vertagt.

Zum möglichen Einsatz von Polizeikräften aus der Volksrepublik in der Sonderwirtschaftszone sagte Lo: "Derzeit würden wir definitiv keine Hilfe suchen. Wir haben genügend (...) Leute, um die Lage unter Kontrolle zu halten."

Bei den Protesten am Mittwoch waren 79 Demonstranten teils schwer verletzt worden. Die Polizei ging mit Tränengas, Schlagstöcken, Wasserwerfern und Pfefferspray gegen die Demonstranten vor. "Wir waren gezwungen, den Gewalteinsatz zu eskalieren", sagte Lo. Die Gegner des Gesetzes haben zu weiteren Protesten aufgerufen.

Das Gesetz würde Hongkongs Behörden erlauben, von China beschuldigte Personen an die Volksrepublik auszuliefern. Die frühere britische Kronkolonie wird seit der Rückgabe 1997 an China als eigenes Territorium autonom regiert. Die rund sieben Millionen Einwohner genießen mehr Rechte und Freiheiten als die Menschen in der Volksrepublik./smu/DP/mis