BERLIN (dpa-AFX) - Angesichts des drohenden Wegfalls beträchtlicher Saatgut- und Getreideexporte aus der Ukraine und Russland dringt das Bundesentwicklungsministerium darauf, besonders importabhängigen Ländern schnell zu helfen. "Ich setze mich dafür ein, dass wir abgestimmt mit unseren Partnern die internationalen Unterstützungsprogramme ausweiten, um die drohenden Hungersnöte abzumildern", sagte Ressortchefin Svenja Schulze (SPD) der "Augsburger Allgemeinen" (Samstag). "Wer sich jetzt kein Saatgut mehr leisten kann, braucht schnelle Hilfe, damit sich die Situation nicht noch weiter verschlimmert."

Für Entwicklungsländer könne die Krise dramatische Folgen haben, warnte Schulze. "Die Vereinten Nationen schätzen, dass als Folge des Kriegs 8 bis 13 Millionen Menschen in Afrika, Asien und dem Nahen Osten hungern werden", sagte sie der Zeitung. "Wenn der Krieg Aussaat oder Ernte verhindert, Exportrouten blockiert und Preise in die Höhe treibt, wird sich das unmittelbar auf viele ärmere Länder der Welt auswirken." Das bedrohe auch die politische Stabilität in vielen importabhängigen Ländern. "Die Nahrungsmittelpreise waren schon vor dem Krieg hoch, jetzt wird der Preisschock Millionen Menschen weltweit überfordern."

Angaben aus der EU zufolge war Russland 2021 der weltweit größte Weizenexporteur gefolgt von den USA, Kanada und Australien. Danach folgte auf Platz fünf der Rangliste bereits die Ukraine. Sehr relevant sind die beiden Länder zudem als Exporteure von Sonnenblumenöl. So war die Ukraine 2021 weltweit Ausfuhrland Nummer eins gefolgt von Russland auf Platz zwei./mk/DP/zb