Seit dem Jahreswechsel verlangen laut einer Untersuchung von Verivox von 800 untersuchten Banken 197 Negativzinsen auf Guthaben ihrer Kunden. Laut dem Finanzportal biallo.de sind es sogar 260 von 1.300 Instituten, welche die Sparer zur Kasse bitten. Selbst große Direktbanken wie die DKB verlangen inzwischen für hohe Bestände auf dem Konto ab 100.000 Euro Strafzinsen.

Laut neuesten Daten der Bundesbank setzen die deutschen Privathaushalte trotzdem unvermindert stark auf Bargeld und Bankeinlagen. Über 2,7 Billionen Euro stecken in diesen Produkten. Das sind 40 % des gesamten Vermögens. Eine Liquiditätsreserve benötigt jeder Mensch, aber es ist einfach auch Ausdruck der Risikoaversion der deutschen Bürger. An zweiter Stelle der Beliebtheitsskala folgen nämlich Versicherungen. Trotz einer mageren Garantieverzinsung erfreuen sich Lebensversicherungen weiterhin einer hohen Beliebtheit.

Negativzinsen können auch gut sein

Schaut man auf die Vermögensaufteilung eines US-amerikanischen Privathaushalts, werden die Unterschiede mehr als deutlich. Hier liegt der Anteil des Bargelds und der Bankeinlagen laut dem Global Wealth Report 2020 der Allianz nur bei 10 % des gesamten Vermögens. Stattdessen liegen über die Hälfte des Vermögens in Wertpapieren. Hier traue ich mir die Voraussage zu, dass die Bevölkerung trotz Negativzinsen im Durchschnitt gut durch das Jahr 2020 gekommen ist und das Vermögen sich weiter vermehrt hat.

In Deutschland herrscht dagegen immer noch die Vorstellung vor, dass sich die Politik um eine hohe, risikolose Verzinsung der Spareinlagen zu kümmern hat. Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum viele Bundesbürger eine so positive Erinnerung an die Deutsche Mark haben. Eine Phase mit hohen Zinsen kann irgendwann wieder kommen, aktuell muss man sich aber von der alten Vorstellung lösen. Das höchste Risiko gehen derzeit nämlich Menschen ein, die ihr ganzes Vermögen auf dem Konto parken. Aktuell entgehen ihnen die laufenden Renditen von anderen Anlageformen. Langfristig kommt noch das Risiko der zunehmenden Inflation und der damit steigenden Preise von Sachwerten hinzu.

Es ist wie oft im Leben: Menschen die bewusst Risiken eingehen werden belohnt. Wer sich nichts traut, wird bestraft. Das Geschäftsmodell lässt sich vereinfacht wie folgt darstellen: Kurzfristige, niedriger verzinste Einlagen werden längerfristig und höher verzinst verliehen. Negativzinsen sind danach auch nur ein Produkt von Angebot und Nachfrage. Aktuell gibt es ein größeres Angebot als Nachfrage. Es ist daher nur logisch, dass die Zinsen niedrig sind. Menschen, die wie Immobilienkäufer oder Anleger von Wertpapieren ins Risiko gehen, werden dafür derzeit belohnt.

Wie auch du aus der Negativzinsfalle kommt

Du kannst dir überlegen, welchen Teil deiner monatlichen Einnahmen du nicht zur Sicherung deines Lebensstandards benötigst. Für diesen Teil wäre ein ETF-Sparplan auf den MSCI World Index eine gute Möglichkeit. Mit einem Produkt wie dem iShares Core MSCI World UCITS ETF (WKN: A0RPWH) investierst du breit gestreut in die größten Firmen der Welt. Die Schwergewichte sind Konzerne wie Apple (WKN: 865985) oder Microsoft (WKN: 870747). In den letzten zehn Jahren konnte der ETF eine jährliche durchschnittliche Rendite von 9,87 % (Stand: 30.12.2020) erzielen.

Die Vergangenheit ist keine Garantie für die Zukunft. Aber zahlreiche Studien haben belegt, dass der Aktienmarkt langfristig immer gestiegen ist. Viel zu viel Geld schlummert auf deutschen Bankkonten trotz Null- und Negativzinsen. Ich hoffe, dir mit diesem Artikel zumindest einen kleinen Denkanstoß geben zu können. Mit der Investition in Sachwerte wie Immobilien, Aktien, ETFs oder Fonds kann man die Angst vor der nächsten Krise reduzieren!

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Florian Hainzl besitzt keine der erwähnten Aktien. Teresa Kersten arbeitet für LinkedIn und sitzt im Board of Directors von The Motley Fool. LinkedIn gehört zu Microsoft. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Apple und Microsoft.

Motley Fool Deutschland 2021

Autor: Florian Hainzl, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

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