BERLIN/DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Der stark unter Druck stehende Immobilienkonzern Adler Group kommt bei seinen geplanten Anteilsverkäufen weiter voran. Die Tochter Brack Capital Properties (BCP) soll an den im MDax notierten Konkurrenten LEG Immobilien gehen. Dieser hat sich bereits knapp 31 Prozent für 328 Millionen Euro gesichert, wie die beiden Unternehmen am Mittwoch in Düsseldorf und Berlin mitteilten. Ein Paket von knapp sieben Prozent für 75 Millionen Euro kommt dabei von der Adler Group direkt; die restlichen 24 Prozent von anderen Investoren. LEG hat sich zudem eine Option auf weitere 63 Prozent der BCP-Anteile von der Adler Group gesichert. LEG wird im Falle einer Ausübung dafür mindestens 765 Millionen Euro zahlen. Die Adler Group hatte vor Kurzem den Verkauf von Töchtern und Immobilien angekündigt, um sich finanziell Luft zu verschaffen.

Die Adler Group, die aus dem Zusammenschluss mehrerer Gesellschaften entstanden ist, steht am Finanzmarkt seit einiger Zeit wegen der komplexen Finanzstruktur unter Druck - verstärkt wurde dies Anfang Oktober durch die Vorwürfe des Leerverkäufer Fraser Perring. Die Aktie befindet sich seitdem im freien Fall. Verstärkt wurde dies am Dienstag nach der Vorlage der Zahlen der ersten neun Monate. Bei einer Telefonkonferenz für Analysten dazu ließ Adler keine Fragen zu. An der Börse verstärkte das die ohnehin große Verunsicherung. Die im SDax gelistete Aktie sackte um 22 Prozent auf das Rekordtief von 8,585 Euro ab. Im laufenden Jahr beläuft sich das Minus damit auf 70 Prozent. Im Vergleich zum Rekordhoch von knapp 49 Euro im August 2018 bedeutet dies einen Verlust von mehr als 80 Prozent./zb/stk