Norwegen ist eines der reichsten Länder der Welt. Und das liegt vor allem daran, dass die dortige Öl- und Gasförderung rund 20 % zum Bruttosozialprodukt beiträgt.

Die Konsequent: In puncto Bruttoinlandsprodukt pro Kopf steht das Land weltweit auf Rang 5. In der Liste der am höchsten entwickelten Staaten nahm es seit 2001 fast immer Rang 1 ein. Lediglich in den Jahren 2007 und 2008 kletterte Island auf die Pole Position.

Von den satten Öl-Ressourcen profitiert Equinor

In den vergangenen zwölf Monaten stieg der Kurs der Equinor-Aktie (WKN: 675213) um fast 34 %. Daran erfreut sich vor allem Norwegens Energieministerium. Mehr als 67 % der Anteile liegen in der Hand des norwegischen Staates.

Er will die Öl-Förderung in den kommenden Jahren noch deutlich ausbauen. Allein im Jahr 2021 wurden acht große Ölfelder entdeckt. Experten schätzen, dass diese etwa 390 Millionen Barrel Öl liefern können. Zum Vergleich: Ein Supertanker kann rund 2 Mio. Barrel Öl über die Meere schippern.

Geplant sind nun insgesamt 40 Probebohrungen. Und genau diese werden auch Equinor zugutekommen. Es ist abzusehen, dass der Ölpreis auch in naher Zukunft auf hohem Niveau bleibt. Schließlich investierte die Öl-Industrie zuletzt nicht allzu viel Geld in neue Quellen.

Ein Umsatz-Turbo für Equinor?

Das im Jahr 2007 aus Statoil und den Öl- und Gas-Sparten von Norsk Hydro (WKN: 851908) geformte Unternehmen könnte dank der neuen Quellen vermutlich so viel Geld verdienen wie seit einigen Jahren nicht mehr.

Selbst wenn wir davon ausgehen, dass der Free Cashflow in den kommenden zehn Jahren nur um 1 bis 2 % pro anno wachsen wird, ist der aktuelle Aktienkurs von 18 Euro (Stand: 1. September 2021) aus meiner Sicht fair.

Aber ehrlich gesagt erwarte ich auch nicht viel mehr Wachstum von Equinor. Aus meiner Sicht bewirkt das Management zu wenig. Für das letzte Geschäftsjahr liegt die Rendite auf das eingesetzte Kapital gerade einmal bei 8,3 %. Aktuell arbeitet Equinor nicht profitabel.

Die Zahlen für die letzten Jahre sehen mau aus

Im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre sank der Gewinn um 6,7 % pro anno. Doch schau selbst! Die über zwölf Monate rollierenden Umsätze und Nettogewinne zeige ich dir in der folgenden Tabelle.

Datum Umsatz TTM in Mio. Norwegische Kronen Nettogewinn TTM in Mio. Norwegische Kronen
30.09.2014 94.354,60 7.096,44
31.12.2014 96.708 3.871
31.03.2015 69.625,47 -4.801,39
30.06.2015 68.804,32 -5.443,42
30.09.2015 62.317,49 -5.108,96
31.12.2015 57.901 -5.192
31.03.2016 52.584 -7
30.06.2016 47.357 -1.175
30.09.2016 45.803 -1.258
31.12.2016 45.688 -2.922
31.03.2017 51.069 -2.467
30.06.2017 55.118 -727
30.09.2017 56.557 -775
31.12.2017 60.972 4.590
31.03.2018 65.280 4.813
30.06.2018 68.485 4.599
30.09.2018 73.943 6.744
31.12.2018 78.556 7.535
31.03.2019 75.190 7.961
30.06.2019 74.019 8.218
30.09.2019 69.735 5.445
31.12.2019 62.911 1.843
31.03.2020 61.566 -576
30.06.2020 52.231 -2.305
30.09.2020 48.777 -3.324
31.12.2020 45.753 -5.510
31.03.2021 46.817 -2.951
30.06.2021 56.634 -760

Quelle: S&P Global Market Intelligence

Und mit einem Verschuldungsgrad von rund 85 % ist auch die Bilanz äußerst schwach. Vor diesem Hintergrund bringt uns auch die aktuell faire Bewertung der Aktie nicht viel weiter. Große Sprünge erwarte ich mit diesem Management nicht. Willst du auf dem Sektor Energie investieren, habe ich einen besseren Kandidaten für dich.

Und möchtest du in Norwegen Geld anlegen, könnte die folgende Aktie eher etwas für dich sein.

Norsk Hydro wächst mit dem steigenden Aluminium-Preis

Richtig, Norsk Hydro erwähnte ich bereits. Seitdem er seine Öl- und Gas-Sparten abgab, konzentriert sich der Konzern mit gut 35.000 Mitarbeitern auf die Produktion von Aluminium. Auch hier hat der norwegische Staat seine Finger im Spiel: Das Ministerium für Nahrungsmittel und Handel hält fast 35 % der Aktien.

Und wenn die Wirtschaft sich freut, freuen sich Konzern, Regierung und Privatanleger. Schließlich wird Aluminium für allerlei Einzelteile in Autos, Flugzeugen und Zügen benötigt. Das Problem dabei: Das unedle Metall kommt fast nur im Verbund als Bauxit vor. Das heißt: Um eine Tonne Aluminium zu gewinnen, braucht Norsk Hydro vier bis fünf Tonnen Bauxit. Und viel Energie: Im Schnitt sind für eine Tonne reines Aluminium 15.700 Kilowattstunden nötig.

Das Management von Norsk Hydro gefällt mir

Es erkannte früh, dass es diesen hohen Energiebedarf langfristig nur aus Wasserkraft gewinnen kann. Mit seinem Kapital geht es weitaus besser um als der Equinor-Vorstand. Bei Norsk Hydro liegt die Gesamtkapitalrendite bei immerhin 5,8 % und die Rendite auf das eingesetzte Kapital bei ordentlichen 19,3 %.

Zum aktuellen Kurs von 5,90 Euro (Stand: 1. September 2021) sehe ich sogar etwas Luft nach oben. Aber letztlich tue ich mich auch hier schwer. Angesichts der wackligen Umsatzentwicklung der letzten Jahre ist auch Norsk Hydro für mich keine sichere Kaufempfehlung.

Der Artikel In Norwegen sprudelt das Öl! Diese 2 Aktien sehen auf den ersten Blick verlockend aus ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Henning Lindhoff besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Motley Fool Deutschland 2021

Autor: Henning Lindhoff, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

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