FRANKFURT (dpa-AFX) - Im Dezember bahnen sich im SDax zahlreiche Wechsel an. Insgesamt könnte es Index-Experten zufolge bis zu acht Absteiger geben. Ein Austausch aber wird nur vorgenommen, wenn es geeignete Aufstiegskandidaten gibt. Und das sieht dieses Mal recht gut aus. Die Corona-Pandemie hat zwar die Börsen insgesamt schwer getroffen, doch es gibt auch einige Krisengewinner. Der Online-Handel sowie das Geschäft rund um die Virusbekämpfung boomt und so klopfen bereits von dieser Seite her einige Unternehmen an die Eingangspforte des Nebenwerte-Index.

Zudem werden angesichts der erwarteten Aufnahme des Ende September an die Börse gegangenen Energieunternehmens Siemens Energy in den MDax auch Grenke oder die Aareal Bank als mögliche Absteiger aus dem Index für mittelgroße Werte einen Platz im SDax erhalten. Hier läuft ein heißes Kopf-an-Kopf-Rennen, bei dem aktuellen Daten zufolge Grenke das Nachsehen haben dürfte. Laut der Commerzbank würde der Leasingsspezialist im SDax dann einen Platz unter den ersten 20 der insgesamt 70 Unternehmen einnehmen und ein Gewicht von 1,9 Prozent im Index haben. Entscheidend jedoch werden die Ranglisten per Ende November sein.

Auf Basis dieser Listen wird dann die Deutsche Börse am Donnerstagabend, 3. Dezember, das Ergebnis ihrer außerordentlichen Überprüfung der Indizes bekannt geben. Etwaige Wechsel werden rund zweieinhalb Wochen später, zum Montag, 21. Dezember, vorgenommen.

Wer gehen muss und wer aufgenommen wird, das entscheidet der Marktbetreiber noch bis zum Sommer nächsten Jahres anhand zweier Kriterien: Den am Streubesitz gemessenen Börsenwert der Unternehmen und den Börsenumsatz. Während sogenannter außerordentlicher Überprüfungen ("Fast Exit" und "Fast Entry") gelten für Unternehmen, die bereits in einem Index sind, weniger strenge Regeln als zu regulären Überprüfungen. Index-Neulinge haben es zugleich schwerer.

Sowohl die Analysten der Commerzbank als auch ein weiterer Index-Experte rechnen zur anstehenden Überprüfung mit der Aufnahme des Online-Brokers Flatex und des Börsenneulings und Rüstungselektronikherstellers Hensoldt in den SDax. Zudem dürften als Corona-Krisengewinner die beiden Online-Möbelhändler Home24 und Westwing ihr Stelldichein geben sowie möglicherweise auch Va-Q-Tec , ein Anbieter von Thermoboxen, die unter anderem in der globalen Corona-Impfstofflogistik benötigt werden. Auch der Biodieselhersteller Verbio sowie der altbekannte Autozulieferer ElringKlinger haben Aufnahmechancen.

Grund dafür ist, dass eine ganze Reihe von SDax-Unternehmen die Verbleibe-Kriterien nicht mehr erfüllt. Zu diesen zählen zuvorderst der Kabelnetzbetreiber Tele Columbus und der Autozulieferer Leoni , bei denen der Börsenwert nicht mehr ausreichen dürfte. Am nötigen Börsenumsatz mangelt es darüber hinaus dem Finanzdienstleister Wüstenrot & Württembergische , dem Werkzeugmaschinenbauer DMG Mori , dem UV-Technologiespezialisten Dr. Hönle und dem IT-Dienstleister Secunet .

Auf der Kippe steht zudem, ob die Deutsche Beteiligungs AG , Koenig & Bauer und der Autowaschanlagen-Hersteller Washtec den Klassenerhalt schaffen.

Wichtig sind Änderungen in den Indizes der Dax-Familie (Dax, MDax, SDax und TecDax ) vor allem für Fonds, die diese Indizes real nachbilden. Dort muss dann entsprechend umgeschichtet werden, was Einfluss auf die Aktienkurse haben kann./ck/la/stk