Chip-Aktien gehören zu den großen Gewinnern des laufenden Jahres. Die Aktien der großen US-Konzerne gehen regelrecht durch die Decke und haben in diesem Jahr teilweise schon mehr als 100 % zugelegt. Aber auch hierzulande findet sich mit Infineon (WKN: 623100) ein Vertreter dieser Branche, dessen Aktienkurs steigt und steigt. In den vergangenen Tagen ist die Aktie sogar auf den höchsten Stand seit 20 Jahren gestiegen. Ist es jetzt also an der Zeit, zuzugreifen?

Werfen wir erst mal einen Blick auf die Performance der Aktie.

Chips sind heiße Ware

Seit Anfang des Jahres hat der Aktienkurs um 36 % auf aktuell 42,79 Euro zugelegt (Stand: 12.11.2021). Das ist zwar besser als der DAX, aber doch deutlich weniger, als manch andere Unternehmen aus derselben Branche erreicht haben. Dann hat die Aktie doch sicher Nachholpotenzial?

Dank der boomenden Nachfrage nach Halbleitern kann sich Infineon tatsächlich kaum vor Aufträgen retten. Besonders wichtig ist die hohe Nachfrage aus der Automobilindustrie. Das Münchener Unternehmen zählt zu den größten Zulieferern von Halbleitern in der Automobilindustrie. Dank der starken Nachfrage nach Neuwagen sind die Fabriken seit Monaten sehr gut ausgelastet. Das sorgt für steigende Umsätze und sprudelnde Gewinne.

Im Ende September zu Ende gegangenen Geschäftsjahr konnte Infineon den Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 29 % auf 11,06 Mrd. Euro steigern. Der Nettogewinn hat sich sogar auf fast 1,2 Mrd. Euro mehr als verdreifacht. Je Aktie hat Infineon in dem Geschäftsjahr 0,87 Euro verdient.

Auch im gerade gestarteten Geschäftsjahr soll das Wachstum mit voller Kraft weitergehen. Der Umsatz soll auf bis zu 13,2 Mrd. Euro klettern und auch die Gewinnmarge soll weiter steigen. Das klingt ganz nach weiter kräftig steigenden Gewinnen.

Infineon rechnet mit Wachstum und steigenden Margen

Aber Infineon muss im laufenden Geschäftsjahr auch kräftig investieren, um weiterwachsen zu können. Gegenüber dem gerade abgelaufenen Geschäftsjahr werden die Investitionen voraussichtlich um satte 50 % auf 2,4 Mrd. Euro ansteigen. Diese Investitionen sind es, die dafür sorgen sollen, dass das Wachstum auch in den kommenden Jahren mit voller Kraft weitergehen kann.

Wenn man jetzt vorhat, sich die Aktie ins Depot zu legen, muss man sich die Frage stellen, ob dieses Wachstum schon jetzt im Aktienkurs berücksichtigt ist und ob Infineon das Wachstumstempo beibehalten kann. Tatsächlich scheint die Aktie schon verhältnismäßig hoch bewertet zu sein. Denn schon jetzt muss man für die Aktie fast das 50-Fache des aktuellen Jahresgewinns auf den Tisch legen.

Im laufenden Geschäftsjahr rechnet Infineon zwar mit einem Umsatzanstieg um bis zu 20 % und einem leichten Anstieg der Gewinnmarge. Der Gewinn dürfte also noch etwa schneller steigen als der Umsatz. Aber ein großes Fragezeichen sehe ich noch hinter der Nachhaltigkeit der Zahlen. Kann Infineon auch weiterwachsen, wenn sich die Nachfrage normalisiert? Kann Infineon die Gewinnmarge halten? Von diesen Punkten wird die weitere Reise des Aktienkurses abhängen.

Der Artikel Infineon-Aktie auf höchstem Stand seit 20 Jahren – sollte man jetzt kaufen? ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Dennis Zeipert besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnen Aktien.

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Autor: Dennis Zeipert, Motley Fool beitragender Investmentanalyst (TMFdzeipert)

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