Volatile Märkte und ständig wechselnde Nachrichtenlagen lenken den Blick auf ein Anlagesegment, das Langfristigkeit und Zukunftspotenzial verspricht: Infrastruktur. So können Sie dabei sein.

Der Krieg in der Ukraine bestimmt die Berichterstattung, hinzu kommen täglich erlebte Auswirkungen der Rekord-Inflation und Angst vor Energieengpässen. Für Anleger, die jetzt etwas Stabilität ins Depot bringen möchten und zugleich die Zukunft mitgestalten wollen, könnte sich ein Blick auf den Infrastrukturbereich lohnen. Der Bau von Straßen und Brücken, die Instandhaltung öffentlicher Versorgungsnetze oder auch die Wasserwirtschaft – all dies erfordert einen immensen Investitionsbedarf.

Vieles wurde in den vergangenen Jahren verschlafen. In den USA etwa wurde erst unter Präsident Joe Biden ein gigantisches Infrastrukturprogramm beschlossen. Das Gesetz sieht Investitionen in Höhe von 1,2 Billionen US-Dollar vor. Damit sollen in den nächsten fünf Jahren marode Straßen und Brücken repariert und der öffentliche Nah- und Fernverkehr ausgebaut werden. Auch Ladestationen für E-Autos, Häfen und Flughäfen sowie die Wasser- und Abwasserversorgung sollen von den staatlichen Geldern profitieren.

Ausbau erneuerbarer Energien als politischer Auftrag

In Europa sieht man ebenfalls Handlungsbedarf. Hier spielen vor allem klimapolitische Erwägungen eine Rolle. Ein Green Deal soll im Jahr 2050 zur Klimaneutralität führen. Hierzu haben sich die europäischen Staats- und Regierungschefs bereits Ende 2020 auf ein höheres Klimaziel geeinigt: Bis 2030 soll die Emission von Treibhausgasen um mindestens 55 Prozent unter die Ausstoßmenge des Jahres 1990 sinken – davor war eine Reduktion von lediglich 40 Prozent vorgesehen.

Auch die Bundesregierung hat die deutschen Klimaschutzziele an die EU-weiten Zielsetzungen angepasst: Bis zum Jahr 2030 sollen die Treibhausgasemissionen um mindestens 65 Prozent reduziert werden, bis 2040 sind Senkungen um 88 Prozent angestrebt. Das Bundesklimaschutzgesetz sieht bis 2045 das Ziel der Treibhausgasneutralität vor.

Der weltweit größte CO2 Produzent ist nach wie vor China. Derzeit wird Strom dort überwiegend in Kohlekraftwerken produziert, was sich auf die Klimabilanz niederschlägt. Bis zum Jahr 2060 will aber auch China Klimaneutralität erlangen.

Diese Beispiele zeigen, dass die ehrgeizigen Zielsetzungen in den verschiedenen Ländern zugleich einen Umbau der gesamten Energieversorgung notwendig machen – erneuerbaren Energien gehört die Zukunft.

Wasser: Die Ver- und Entsorgung ist lebensnotwendig

Ein anderes Beispiel aus dem Riesensektor Infrastruktur ist die Wasserver- und Entsorgung. Immer noch haben etwa 2,2 Milliarden Menschen auf der Erde keinen regelmäßigen Zugang zu Trinkwasser, schreibt die UNICEF anlässlich des diesjährigen Weltwassertags am 22. März. Rund 785 Millionen Menschen haben demnach keinerlei Grundversorgung mit sauberem Wasser. Im Jahr 2040, so die Organisation, werden geschätzt fast 600 Millionen Kinder in Regionen leben, in denen der Zugang zur Ressource Wasser unzureichend ist.

All dies sind gigantische Zahlen und stellen die Regierungen, aber auch die Privatwirtschaft vor die Menschheitsaufgabe, Wasser zu demokratisieren und zugänglich zu machen. Ebenso das Thema Abwasserentsorgung. Nicht nur Kläranlagen sind in weiten Teilen der Welt Mangelware, 673 Millionen Menschen haben nach Angaben von UNICEF noch nicht einmal Zugang zu einer Toilette. Dies begünstigt die Ausbreitung von Krankheiten und stellt eine Gefahr gerade für die ärmere Bevölkerung dar.

Aber auch in entwickelten Ländern müssen Wassernetze instandgehalten oder Abwasseranlagen modernisiert werden. Unternehmen, die an dieser Wertschöpfungskette mitverdienen, bewegen sich somit in einem Umfeld mit Langfristperspektive.

Drei Infrastrukturunternehmen, die das Depot grüner machen

Im Bereich Onshore-Windenergie gilt die spanische Iberdrola seit rund 20 Jahren als Pionierunternehmen. Inzwischen hat sich die 1992 gegründete Gesellschaft den Bereich Offshore-Windenergie als zusätzlichen Wachstumsmotor erschlossen. "Ende des 1. Quartals 2022 verfügte Iberdrola bereits über 1,26 GW installierte Offshore-Kapazität und 7,0 GW in der Entwicklung – 2,6 GW im Bau – die dank Investitionen von weltweit fast 30 Milliarden Euro in diesem Jahrzehnt vor 2027 in Betrieb gehen werden", schreibt der Konzern auf seiner Webpräsenz. Im ersten Quartal konnte ein Nettogewinn von 1,05 Milliarden Euro verzeichnet werden, ein Plus von drei Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Gewinnsteigerung, gut gefüllte Projektpipeline – der Aktienkurs vollzog die positive Entwicklung des Unternehmens nach und konnte zulegen.

Um den Komplex Wasserver- und Entsorgung sowie Abfallmanagement und Energieversorgung kümmert sich beispielsweise das französische Traditionsunternehmen Veolia Environment. Kunden kommen aus Industrie und Gewerbe, aber auch Kommunen und Privatkunden nehmen die Leistungen des Konzerns in Anspruch. Der Umsatz im Jahr 2020 lag bei 26,01 Milliarden Euro. Wer sich die Aktie ins Depot legen möchte: Das 1853 gegründete Unternehmen konnte bislang als defensives Basisinvestment überzeugen.

Eine weitere Investitionschancen für Anleger, die sich den Themenkomplex Infrastruktur erschließen möchten, ist der britische Übertragungsnetzbetreiber National Grid. Das 1990 gegründete Unternehmen unterhält Strom- und Gasnetze in Großbritannien, Australien und in den USA. National Grid will beispielsweise die Dekarbonisierung von Strom und Gas vorantreiben und die Flexibilität des Stromnetzes erhöhen. Für die Mammutaufgabe Energiewende sieht sich der Konzern somit bestens gerüstet. 2021 lag der Umsatz bei 14,78 Milliarden GBP. Die zurückliegenden Monate gestaltete sich der Aktienkurs freundlich.

Fazit: Nachhaltig ausgerichtete Infrastrukturunternehmen sind gut fürs Gewissen und tragen zu innovativen Lösungen für wichtige Zukunftsaufgaben bei. Auch wenn damit keine Überrenditen zu erwarten sind: Die jeweiligen Projekte haben Langfristcharakter und dürften auch künftig auf Bedarf stoßen. Anleger sollten allerdings auch solche eher defensiven und vergleichsweise konjunkturunabhängigen Investments immer als Beimischung zu einem diversifizierten Depot verstehen. Unwägbarkeiten in der politischen Agenda oder die Tatsache, dass Großprojekte in der Umsetzung unter Umständen störanfällig sein können, können den Erfolg solcher Aktiengesellschaften mitunter schwächen.

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Autorin: KS, Redaktion smartbroker.de


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