Der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall will bis zu 49 Prozent an OTO Melara, einer Sparte des italienischen Rüstungskonzerns Leonardo übernehmen. OTO Melara stellt neben Geschützen auch gepanzerte Fahrzeuge her.

Rheinmetall hat dem italienischen Rüstungskonzern Leonardo offenbar ein unverbindliches Angebot für eine Minderheitsbeteiligung an dessen Sparte OTO Melara unterbreitet. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Reuters und beruft sich auf zwei nicht namentlich genannte Insider.

Demnach möchte Rheinmetall bis zu 49 Prozent an der OTO Melara-Sparte der Italiener erwerben. Der Preis soll bei 190 bis 210 Millionen Euro liegen. Das Angebot soll bereits Ende Mai unterbreitet worden sein.

Leonardos Sparte OTO Melara produziert neben Geschützen auch gepanzerte Fahrzeuge. Das Unternehmen wird von der italienischen Regierung als relevant für die Landesverteidigung gesehen. Daher wird letztlich Rom das letzte Wort haben.

Im Interview mit dem Handelsblatt hatte Konzern-Chef Armin Papperger gestern erklärt, dass Rheinmetall "bereit für Zukäufe" sei. Trotzdem sei eine jährliche Wachstumsrate von 20 Prozent auch "ohne Akquisitionen möglich".

Im frühen Xetra-Handel am Freitag steht die Rheinmetall-Aktie rund 1,5 Prozent im Plus. Ein Anteilsschein kostet derzeit 200,80 Euro (Stand: 03.06.2022, 09:40 Uhr).

Das Analysehaus Warburg Research hat Rheinmetall heute von "Hold" auf "Buy" hochgestuft und das Kursziel von 199 auf 240 Euro angehoben. Damit empfehlen acht von elf Analysten den Kauf der Rheinmetall-Aktie: UBS, die Berenberg Bank, HSBC, Merrill Lynch, Goldman Sachs, Kepler Cheuvreux, die DZ Bank und Warburg Research haben eine Kaufempfehlung ausgesprochen. Deutsche Bank, Morgan Stanley und die Nord/LB empfehlen zu halten.

Autor: Ferdinand Hammer, wallstreet:online Zentralredaktion


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