HAHN/FRANKFURT (dpa-AFX) - Der insolvente Hunsrück-Airport Hahn will auch im April seinen Flugbetrieb fortsetzen. Dieser laufe planmäßig weiter, teilte ein Sprecher des Frankfurter Insolvenzverwalters Jan Markus Plathner am Freitag der Deutschen Presse-Agentur mit. Auch die April-Löhne und -Gehälter der rund 430 Hahn-Beschäftigten würden weitergezahlt: "Wer arbeitet, bekommt sein Geld." Das zeitlich befristete Insolvenzgeld für die Mitarbeiter war bereits drei Monate lang bis einschließlich Januar 2022 geflossen.

Eine Sprecherin des Insolvenzverwalters sagte: "Der Sommerflugplan startet am 27. März. Die Fluggesellschaften bieten im kommenden Sommerflugplan wieder deutlich mehr Verbindungen zu aktuell insgesamt 37 Zielen als in den beiden Vorjahren an."

Zu Namen und Konzepten von Kaufinteressenten für den Flughafen Hahn äußerten sich beide Sprecher weiterhin nicht. Der Betriebsrat hofft, dass der Airport als Flughafen und nicht nur als ein größerer Gewerbepark erhalten bleibt. Der Sprecher des Insolvenzverwalters sagte am Freitag lediglich: "Wir befinden uns in Gesprächen mit mehreren Interessenten. Der Transaktionsprozess läuft weiter."

Der Airport mitten im Hunsrück, der aus Marketinggründen Flughafen Frankfurt-Hahn heißt, hatte im Oktober 2021 Insolvenz angemeldet. Der inzwischen ebenfalls angeschlagene chinesische Konzern HNA hatte 2017 für rund 15 Millionen Euro 82,5 Prozent des Flughafens vom Land Rheinland-Pfalz erworben. Hessen hält noch 17,5 Prozent.

Die Sperrung des EU-Luftraums für russische Flugzeuge infolge des Ukraine-Krieges führt nach früheren Angaben des Airports auch im Hunsrück zu einer Reihe von Flugausfällen im Frachtgeschäft. Zudem wurden wöchentlich zwei Passagierflüge der Billig-Airline Ryanair vom Hahn in die umkämpfte ukrainische Hauptstadt Kiew annulliert./jaa/DP/ngu