Kommt Aston Martin mit Vollgas zurück? Wäre schade, wenn die James Bond-Karossen verschwinden würden. Aber die Börse handelt keine Sentimentalitäten. Autopapst Ferdinand Dudenhöffer über die Petrolhead-Aktie.

wallstreet:online: Herr Dudenhöffer, „Aston Martin sei für ihn keine Trophäe, mit der er sein Geld verbrennen wolle“, schreibt das Handelsblatt über den starken Mann bei Aston Martin - Lawrence Stroll. „Es ist ein Investment“, meint Stroll über sein Engagement bei Aston Martin. Inwieweit können Sie „Petrolhead“ Stroll folgen?

Ferdinand Dudenhöffer: Schwer. Ich denke, das Tastenhandy von Nokia wären nicht zu retten gewesen. Ebenso wenig das Dampfschiff. Ja, es gibt den englischen Roadster von Morgan. Ein Auto, das mit einem Rahmen aus Eschenholz gebaut wird, wie früher beim Kutschwagenbau. Aber es ist eine Spielzeugeisenbahn und kein industrielles Geschäft. Ich denke, Lawrence Stroll hat sich mit Aston Martin eine Spielzeugeisenbahn gekauft. Ob man damit langfristig Geld verdienen kann? Das Auto von morgen wird durch AI und autonomes Fahren emotional und nicht durch Lärm, bei dem die Menschen in den Big Cities die Nase rümpfen.  Bei Tesla sind Dynamik und FSD die Buzzwords. Dynamik ist Elektro und nicht 12-Zylinder.

wallstreet:online: Wenn über die aktuelle Renaissance der Auto-Aktien geschrieben wird, stehen vor allem die Elektro-Strategien der deutschen Autobauer im Vordergrund. Beispiel: „Auto-Aktien auf der Überholspur“ titelt hier der Platow-Verlag. Auf der anderen Seite fällt es schwer, Autos aus Deutschland und anderen Auto-Nationen ohne Verbrenner zu denken. Inwiefern hat Aston Martin mit seinen Verbrennern als Schwerpunkt eine Chance gegenüber den herangaloppierenden E-Flotten?

Ferdinand Dudenhöffer: Die Assoziationen von Porsche, VW, Audi sind morgen „elektrisierend“. Irgendwann nach 2030 wird das auch für den Elfer gelten. In ein paar Tagen stellt Mercedes seine EQS vor, also S-Klasse-Coupe vollelektrisch. Der Polestar wird gelobt genauso wie der Ford Mustang Mach-E. Und jetzt haben wir noch gar nicht über Tesla gesprochen. Das Elektroauto ist Volksbewegung. In ein paar Jahren wird das Wort „Auto“ mit leise, emissionslos, intelligent assoziiert werden und nicht mehr mit Motorkutsche oder 12 Zylinder. Aston Martin war noch nie leicht, es ist eine Spielzeugeisenbahn für einen reichen Unternehmer geworden. Es bleibt also eine Nische, so wie die skurrilen Morgans, englische Roadster mit Rahmen aus Eschenholz.

wallstreet:online: Aston Martin ist Teil des Luxus-Segments des weltweiten Automarktes. Wenn Sie sich das Segment ansehen, welche Marken bzw. welche börsennotierten Firmen, die auf diesem Spielfeld zu Hause sind, haben Ihrer Meinung nach die besten Karten, um in Zukunft kontinuierlich Gewinne zu erwirtschaften?

Ferdinand Dudenhöffer: Sicher Ferrari, denn es wird sich wandeln. Maybach, Rolls-Royce weil man Verbundeffekte mit den Oberklasse-Limousinen hat und damit Mercedes und BMW. Klar Porsche und möglicherweise Bentley, also VW-Konzern. Tesla kann man sich mit Hypercars vorstellen – Elon Musk mag tech. Und vielleicht noch ein paar Performance-Marken von klassischen Autobauern, wie etwa AMG. Alles andere ist nicht einfach.

wallstreet:online: Herr Dudenhöffer, vielen Dank für das Interview!

Zum Interviewpartner:
Automarktexperte Prof. Dr. Ferdinand Dudenhöffer ist Leiter des Center Automotive Research (CAR) in Duisburg.

Die Fragen stellte Christoph Morisse, wallstreet:online Zentralredaktion


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