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AMSTERDAM/JOHANNESBURG (dpa-AFX Broker) - Die Tochter des südafrikanischen Medienkonzerns Naspers <ZAE000015889> hat am Mittwoch ein fulminantes Börsendebüt gefeiert. An der Börse in Amsterdam lag der Eröffnungskurs für die Aktien von Prosus <NL0013654783> bei 76,00 Euro und damit mehr als 29 Prozent über dem Referenzpreis für die Notiz der 1,62 Milliarden Papiere in Höhe von 58,70 Euro. Zuletzt notierten die Anteilsscheine bei gut 74 Euro. Prosus gehört nun mit einem Schlag zu den wertvollsten in den Niederlanden notierten Unternehmen. Zum Referenzpreis wurde Prosus mit 95 Milliarden Euro bewertet.

In Prosus sind die Beteiligungen von Naspers an Internetunternehmen wie die 31 Prozent am chinesischen Konzern Tencent <KYG875721220> oder die 23 Prozent an dem Essenslieferanten Delivery Hero <DE000A2E4K43> gebündelt. Zudem hält Naspers über Prosus Anteile an der brasilianischen Lieferdienst-Seite iFood.

Naspers-Chef Bob van Dijk sprach von einem guten Börsenstart von Prosus. Nach der Abspaltung von Prosus waren die Aktien von Naspers an der Börse in Johannesburg zunächst abgesackt, bevor sie ins Plus drehten und zuletzt knapp 4 Prozent gewannen.

Mit Prosus stehe Naspers nun ein börsennotiertes Vehikel zur Verfügung, um Zukäufe im Online-Rubrikenmarkt zu tätigen, schrieb der Experte Ian Whittaker vom Analysehaus Liberum. Dabei seien Essens-Lieferdienste ein offensichtliches Ziel. Whittaker kann sich zum Beispiel ein Gegengebot für Takeaway.com <NL0012015705> vorstellen, an dem der Wettbewerber Just Eat <GB00BKX5CN86> interessiert ist. Dieser wiederum sei zusammen mit Naspers bei iFood im Boot, betonte der Experte.

Jüngst hatte es unter Just-Eat-Investoren Widerstand gegen die geplante Fusion mit Takeaway.com gegeben. So hatte der Vermögensverwalter Eminence Capital angekündigt, dass er gegen den Deal stimmen werde. Die Profi-Anleger stoßen sich an den Fusionsdetails, die ihrer Meinung nach eine zu niedrige Bewertung von Just Eat widerspiegeln. Die Papiere von Takeaway.com und Just Eat gaben zuletzt jeweils um mehr als 1 Prozent nach.

Naspers besitzt nach der Abspaltung mit 73 Prozent weiter die Mehrheit an Prosus. Das südafrikanische Unternehmen will mit der Börsennotiz in Europa unter anderem bei internationalen Investoren bekannter werden. Naspers-Chef Bob van Dijk hofft, dass dadurch der Wert der Internetbeteiligungen des Konzerns für die Anleger besser zum Tragen kommt./la/ajx/jha/

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