PARIS (dpa-AFX) - Der französische Medienkonzern Vivendi steckt den Rahmen für den geplanten Börsengang seiner Musiktochter UMG ab. Demnach könnte der Konzern 60 Prozent des Kapitals von Universal Music (UMG) als Sonderdividende an seine Aktionäre verteilen, wie er am Samstag in Paris mitteilte. Der Börsengang solle noch in diesem Jahr stattfinden. UMG hat unter anderem Künstler wie die Beatles, Lady Gaga und Rihanna im Katalog. Für die Firma zeichnet sich ein Unternehmenswert von rund 30 Milliarden Euro ab.

An der Börse lösten die Nachrichten am Montag ein Kursfeuerwerk aus. Der Kurs der Vivendi-Aktie sprang Morgen um rund 24 Prozent auf 32,35 Euro nach oben und erreichte damit den höchsten Stand seit fast zwei Jahrzehnten. Zuletzt lag das Papier noch mit rund 17 Prozent im Plus und war damit immer noch einsamer Spitzenreiter im Index EuroStoxx 50 .

Institutionelle Investoren drängen Vivendi schon lange, UMG vom Konzern abzuspalten oder an die Börse zu bringen. Das Kalkül dahinter: Zwei eigenständige Unternehmen wären mehr wert als eines. Der sogenannte Konglomeratsabschlag würde wegfallen.

Branchenexperte Daniel Kerven von der US-Bank JPMorgan bezeichnete die Abspaltung mit der Ausschüttung an die Aktionäre als "wunschgemäßes Ergebnis" für die meisten Investoren. Seine Kollegin Lisa Yang von Goldman Sachs zufolge dürfte der Wert der Universal Music Group infolge des Börsengangs besser sichtbar werden.

Die Vivendi-Aktionäre sollen am 29. März bei einer außerordentlichen Hauptversammlung über die Pläne für das Plattenlabel entscheiden. Die Aktie von UMG könnte an der Amsterdamer Euronext-Börse notiert werden. Der Börsengang soll den Angaben zufolge nach Möglichkeit bis Ende 2021 über die Bühne gehen.

Vor der Mitteilung hatte Vivendi nach eigenen Angaben abgewartet, bis der geplante Verkauf von zehn Prozent der UMG-Anteile an ein Konsortium um den chinesischen Internet-Giganten Tencent vollzogen war. Dabei wurde UMG mit 30 Milliarden Euro bewertet. Das Konsortium hält damit nun ein Fünftel an UMG.

Das Musikgeschäft hatte dem Vivendi-Konzern im Corona-Jahr 2020 geholfen, die Folgen der Pandemie für sein Geschäft abzufedern. So lief etwa der Streamingbereich zuletzt sehr gut. UMG-Konkurrent Warner Music Group war Mitte 2020 an die Börse zurückgekehrt. Der Aktienkurs des Unternehmens ist seither deutlich gestiegen. Vor allem ab Dezember nahm der Kurs Schwung auf.

Das Vivendi-Management stellte seinen Anteilseignern für 2020 zudem eine unveränderte Dividende von 60 Cent je Aktie in Aussicht. Über einen entsprechenden Vorschlag können die Aktionäre dann bei der regulären Hauptversammlung im Juni entscheiden./mis/stw/ssc/men