LUXEMBURG (dpa-AFX) - Das Unternehmen hinter dem Kinder-Audiosystem Tonies, Boxine, geht an die Börse. Der Schritt soll durch eine Fusion mit einer sogenannten Special Purpose Acquisition Company - kurz SPAC - der Wagniskapitalfirma 468 erfolgen, wie beide Unternehmen am Montagabend mitteilten. Dabei werde Boxine auf Prof-forma-Basis mit insgesamt 870 Millionen Euro bewertet, der Eigenkapitalwert betrage knapp eine Milliarde Euro. Beide Unternehmen hatten bereits im Juni entsprechende Pläne mitgeteilt, damals liefen die Gespräche aber noch. Die Transaktion soll im vierten Quartal abgeschlossen und die Aktien an der Frankfurter Börse notiert werden.

Das Geld aus dem Börsengang will Boxine in das Wachstums investieren. Den aktuellen Angaben erzielte das Unternehmen 2020 einen Umsatz von 137 Millionen Euro, was seit 2018 einem durchschnittlichen, jährlichen Umsatzwachstum von 50 Prozent entspreche. Das Wachstumstempo soll hoch bleiben.

SPACs - häufig als Blankoscheck-Firmen bezeichnet - sind zunächst nur leere Unternehmenshüllen. Sie listen ihre Aktien als Platzhalter, um später mit Firmen verschmolzen zu werden und diese so an die Börse zu holen. Vor allem in den USA florierte das Geschäft 2020 und auch dieses Jahr zunächst gewaltig, flaute zuletzt aber schon wieder ein wenig ab. Experten warnten immer lauter vor einer SPAC-Blase, zudem gab es starke Kritik an für Kleinanleger häufig unvorteilhaft strukturierten Modellen. So gelten solche Geschäfte bei Experten angesichts hoher Unsicherheiten für Anleger als besonders riskant./mis/la