WOLFSBURG (dpa-AFX) - Der Volkswagen -Konzern will den ins Auge gefassten Börsengang der Sportwagentochter Porsche trotz der Verwerfungen an den Finanzmärkten wie geplant weiter vorantreiben. "Wir haben die Vorbereitungen nicht angehalten. Im Gegenteil: Sie laufen wie geplant weiter", sagte VW -Finanzchef Arno Antlitz am Freitag in einer Telefonkonferenz mit Journalisten. Nach Möglichkeit will VW den Megabörsengang noch in diesem Jahr durchziehen und hatte dafür das vierte Quartal angepeilt. "Wir sind zuversichtlich, dass wir dieses Fenster noch erreichen", sagte Antlitz.

Der Krieg Russlands gegen die Ukraine hat an den Aktien-, Anleihen-, Rohstoff- und Devisenmärkten für starke Verwerfungen gesorgt. Der deutsche Leitindex Dax sackte infolge der Invasion der russischen Armee in die Ukraine von rund 15 500 Punkten Mitte Februar bis auf unter 12 500 Punkte im Tief am vergangenen Montag ab. Große Schwankungen an den Börsen sind in aller Regel Gift für geplante Börsengänge.

Derweil kann sich die VW-Eigentümerholding Porsche SE (PSE) über einen Geldsegen aus Wolfsburg freuen. PSE würde mit dem Dividendenvorschlag von 7,50 Euro je VW-Stammaktie nominal rund 1,18 Milliarden Euro einstreichen. Ein Sprecher der Stuttgarter Beteiligungsgesellschaft der Familien Porsche und Piëch wand jedoch ein, dass wegen geänderter Steuerrichtlinien für Holdinggesellschaften über 300 Millionen Euro zunächst an das Finanzamt abgeführt würden.

Die Porsche SE will bei einem Börsengang gut 25 Prozent der Stammaktien von Porsche AG erwerben, damit die Familien wieder direkten Zugriff auf den Autobauer mit dem Familiennamen bekommen. Einen Vorschlag für die eigene Dividende an die Aktionäre will die mittlerweile auch im Dax notierte Porsche SE in den kommenden Wochen machen./men/jap/he