TEHERAN (dpa-AFX) - Die iranische Regierung von Präsident Hassan Ruhani sieht sich nicht verantwortlich für die Hinrichtung des Ringers Navid Afkari. "Das liegt nicht im Aufgabenbereich der Regierung", sagte Regierungssprecher Ali Rabiei am Dienstag. In dem Mordfall gegen Afkari habe es eine private Anzeige gegeben und dafür sei nur die Justiz zuständig, erklärte der Sprecher der Tageszeitung Etemad (online) zufolge. Präsident Ruhani selbst hat sich zu der Hinrichtung noch nicht geäußert.

Trotz nationaler und internationaler Proteste war Afkari (27) am Samstag hingerichtet worden. Er hatte nach Angaben der iranischen Justiz 2018 bei einer Demonstration in Schiras einen Sicherheitsbeamten getötet. Er habe die Tat gestanden, hieß es. Der Sportler, seine Familie und Menschenrechtsorganisationen führten dagegen an, das Geständnis sei durch Folter erzwungen worden. Die Hinrichtung wurde im In- und Ausland scharf verurteilt, unter anderen hatten die Bundesregierung und die Europäische Union Zweifel an der Rechtsstaatlichkeit des Verfahrens geäußert.

Die iranische Justiz wies die Kritik zurück. Afkari habe einen Menschen ermordet und sei daher zum "Ghissas" verurteilt worden - also gemäß dem Prinzip der Blutrache im islamischen Recht. In einem Mordfall kann die Familie des Opfers dann entscheiden, ob der Täter hingerichtet wird oder nicht. Laut der iranischen Justiz werde der politisch motivierte Druck des Auslands weder die Autorität der Justiz noch die im Land geltenden islamischen Rechte untergraben./str/fmb/DP/nas