TEL AVIV (dpa-AFX) - Die israelische Armee hat aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage im Libanon Landwirten aus dem verfeindeten Nachbarland die Ernte von Olivenbäumen auf israelischem Gebiet erlaubt. Als "Geste des guten Willens gegenüber dem libanesischen Volk" habe die Armee die Grenze für Arbeiter aus drei grenznahen Ortschaften geöffnet, teilte das Militär am späten Montagabend mit.

Die Landwirte hätten die sogenannte Blaue Linie - und damit die Grenze nach Israel - ein Stück weit überschreiten dürfen. Die Aktion sei der libanesischen Seite durch die UN-Friedensmission Unifil mitgeteilt worden.

Der Libanon leidet seit rund zwei Jahren unter der schwersten Wirtschafs- und Finanzkrise seiner Geschichte. Mittlerweile leben rund drei Viertel der Bevölkerung unter der Armutsgrenze. Viele Libanesen müssen täglich stundenlang ohne Strom auskommen. Das gefährdet akut etwa auch die Krankenhäuser im Land. Weil die Devisen zur Neige gehen, fehlt Geld für den Import von Öl und anderen lebenswichtigen Gütern. Täglich kommt es vor Tankstellen zu langen Schlangen verzweifelter Autofahrer, die auf Benzin hoffen.

Die libanesische Schiiten-Miliz Hisbollah ist eng mit Israels Erzfeind Iran verbündet. Sie kontrolliert unter anderem den Süden des Libanon und damit die Grenze zu Israel, wo es immer wieder zu Spannungen kommt. Zuletzt hatte es 2006 einen Krieg zwischen der Hisbollah und Israel gegeben./jak/DP/eas