Bis vor wenigen Wochen sah es noch so aus, als würde das Jahr 2020 ein weiteres Jahr der Rekorde für Alibaba (WKN: A117ME) werden. Doch dann kam erst der abgeblasene Börsengang der Tochter Ant und später noch die Nachricht, dass die chinesische Regierung härter gegen Alibaba und einige der größten Konzerne im Land vorgehen will.

25 % Kurssturz in wenigen Tagen

Die Alibaba-Aktie hat seit dem Ant-Debakel in der Spitze knapp 25 % an Wert verloren. Von den Tiefständen hat sich die Aktie aber inzwischen wieder erholt und steht aktuell bei einem Kurs von 240,26 US-Dollar (Stand: 05.01.2021). Hauptgrund für den Kursanstieg war zum einen die Nachricht darüber, dass das bereits seit geraumer Zeit laufende Aktienrückkaufprogramm deutlich aufgestockt wird. Statt wie ursprünglich geplant 6 Mrd. US-Dollar soll das Programm nun 10 Mrd. US-Dollar umfassen.

Darüber hinaus wurden die Spekulationen, dass Mitgründer Jack Ma verschwunden sei, dementiert. Vielmehr sieht es so aus, als würde er versuchen, sich aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen, um aus dem Fadenkreuz der Regierung zu kommen.

Unklar ist aber immer noch, welche Konsequenzen sich aus den staatlichen Eingriffen ergeben werden. Einerseits ist zwar absehbar, dass die Tochter Ant in Zukunft weitaus weniger wert sein wird als die mehr als 300 Mrd. US-Dollar, die für den Börsengang angepeilt wurden. Denn einerseits muss Ant das eigene Geschäft massiv zurechtstutzen und sich auf das Kerngeschäft der Zahlungsabwicklung beschränken. Das dürfte die Ertragskraft deutlich einschränken, da das lukrative Geschäft der Kreditvermittlung entfällt. Andererseits wird Ant mit sehr viel mehr Eigenkapital arbeiten müssen, was den Wert ebenfalls einschränkt. Denn je mehr Eigenkapital Ant benötigt, desto weniger bleibt für Ausschüttungen an die Aktionäre übrig.

Da Alibaba ein Drittel der Aktien besitzt, ist das ein herber Schlag für den Konzern. Ein Teil des Kurssturzes ist dementsprechend auf den gefallenen Wert dieser Beteiligung zurückzuführen.

Wird Alibaba zerschlagen?

Unklar ist dagegen, welche Konsequenzen Alibaba selbst erwarten. Die chinesische Regierung hat eine Kartelluntersuchung angekündigt, deren Ausgang in den Sternen steht. Es ist gut möglich, dass auch Alibaba gezwungen sein wird, einzelne Geschäftsbereiche zu verkaufen. Die Auswirkungen auf den Wert des Konzerns sind entsprechend unklar. Vielleicht kommt Alibaba auch mit einem blauen Auge davon und muss keine strengen Auflagen erfüllen. Denn immerhin ist Alibaba einer der großen Technologiekonzerne des Landes, die mit den großen amerikanischen Konzernen mithalten können. Es könnte daher auch im Interesse der Regierung sein, den Konzern nicht zu zerschlagen, um ihn nicht unnötig in seiner Konkurrenzfähigkeit zu schwächen.

Für Anleger ergibt sich hier eine durchaus schwierige Konstellation. Denn im besten Fall muss Alibaba mit keinerlei Konsequenzen rechnen. In dem Fall wird der Konzern wohl über die nächsten Jahre kräftig weiter wachsen und seinen Aktionären Freude machen. Denn sollte es genauso kommen, könnte sich die Aktie angesichts des starken Wachstums des Konzerns als günstig herausstellen und kräftig weiter steigen.

Im schlimmsten Fall könnte Alibaba aber zerschlagen werden. In dem Fall ist nicht absehbar, welche Folgen das für den Aktienkurs hätte. Denn dann hinge alles davon ab, unter welchen Umständen die Zerschlagung erfolgen wird. Werden einzelne Konzernteile an die Aktionäre verteilt, könnten sich die Auswirkungen in Grenzen halten. Sollte stattdessen ein Verkauf angeordnet werden und Alibaba nur einen Schleuderpreis für die Geschäftsbereiche bekommen, werden die Auswirkungen wohl gravierend sein.

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Dennis Zeipert besitzt Alibaba-Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Alibaba Group Holding Ltd..

Motley Fool Deutschland 2021

Autor: Dennis Zeipert, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

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