Varta (WKN: A0TGJ5) hat nach dem Coronacrash schnell wieder die Höchststände der Rally von 2019 erreicht. Seither geht es jedoch nicht mehr richtig voran und der Kurs pendelt seit dem Spätsommer 2020 um diese Marke. Zuletzt haben auch Leerverkäufer ihre negativen Bestände ausgebaut. Könnte dennoch ein Einstieg in die Varta-Aktie im Vorfeld der Zahlen zum dritten Quartal interessant sein?

Seitwärts ist Discount

Auf lange Sicht bewegen sich Aktien nach oben. Das gilt insbesondere bei Unternehmen, die Gewinne erwirtschaften. Denn mit jedem profitablen Tag wird auf die Substanz einbezahlt. Das ermöglicht, Dividenden auszuschütten, den Schuldendienst zu reduzieren oder in aussichtsreiche Projekte zu investieren.

Und Varta ist solide profitabel: Die bereinigte operative Marge (auf EBITDA-Basis) soll im laufenden Geschäftsjahr im Bereich von stattlichen 30 % liegen. Da sich der Jahresumsatz an die Marke von 1 Mrd. Euro herantastet, fließen dreistellige Millionenbeträge zur Stärkung der Bilanz in die Kassen.

Das bedeutet, dass Varta heute im Kern wertvoller sein sollte als vor gut einem Jahr. Dass dies im Kurs nicht reflektiert wird, bedeutet im Umkehrschluss, dass wir heute für das gleiche Geld mehr Varta bekommen. Anders ausgedrückt: Wer im August 2020 etwa 127 Euro pro Aktie bezahlt hatte, der rechnete vermutlich mit einer Kursentwicklung auf über 140 Euro bis heute.

Um das Bild zu vervollständigen, müssen wir allerdings einen Blick auf die langfristigen Aussichten werfen. Denn nicht nur Varta hat sich weiterentwickelt, sondern auch der Markt und die Wettbewerber.

Vartas Erfolg mit Knopfzellen ist nur der Anfang

Das Geschäft mit den kleinen Knopfzellen wird sicherlich auf Jahre hinaus wachsen können. Varta besitzt auf diesem Gebiet eine herausragende Markt- und Technologieposition. Viele Anwendungen werden durch die besondere Leistungsfähigkeit der Zellen überhaupt erst möglich, wenn es auf jeden Kubikmillimeter und jedes Milligramm ankommt. Und mit dem Internet der Dinge könnte die Anzahl der Geräte, die mit solchen Energiespeichern ausgerüstet werden, geradezu explodieren.

Der Siegeszug der kleinen CoinPower-Zellen selbst genügt zwar kaum, um die Marktkapitalisierung der Varta-Aktie von weit über 5 Mrd. Euro zu rechtfertigen. Aber er trägt dazu bei, dass Varta in neue Wachstumsprojekte investieren kann. Mit diesen steht und fällt der Erfolg des Unternehmens. Mit Abstand am wichtigsten ist dabei das Projekt, das auf den Namen V4Drive hört.

Darum wird die Varta-Aktie in die Erfolgsspur zurückkommen

Mit V4Drive-Rundzellen überträgt Varta die herausragenden Eigenschaften der flachen CoinPower-Zellen auf das langgestreckte 21700-Format. Und verspricht dabei mehr Power, mehr Leistungsaufnahme und höhere Energiedichte als bisher verfügbare Zellen. Drohnen können damit länger fliegen und Werkzeuge sind schneller wieder betriebsbereit. Varta kann dabei davon profitieren, dass die Leistungswerte in vielen Anwendungsfällen wichtiger sind als der Preis.

Das gilt auch für Elektroautos. Insbesondere in der Oberklasse und bei Sportwagen sind die Hersteller erpicht darauf, differenzierte Technologie anbieten zu können, auch bei der Batterie. Und Varta ist gut darin, entsprechende Features in seine Zellen einzubauen, die genau dieser hochanspruchsvollen Kundengruppe einen Mehrwert bieten. Wichtig ist auch, dass V4Drive-Batterien künftig problemlos etwa mit den preiswerten Natrium-basierten Zellen von CATL kombiniert werden können.

Und der Zeitplan erscheint günstig. Schon in rund zwei Jahren will Varta in die Massenfertigung einsteigen, lange bevor beispielsweise QuantumScape (WKN: A2QJX9) in das Geschehen eingreifen wird. Und wie es aussieht, wird das Batterieangebot kaum mit der explodierenden Nachfrage Schritt halten können. In den nächsten Jahren könnte es Engpässe entlang der Wertschöpfungskette geben.

Der Aufbau neuer Fabriken verzögere sich und das Rohstoffangebot lässt sich nicht beliebig schnell ausbauen, wie das Center Automotive Research kürzlich in einer Analyse deutlich machte. Das bedeutet für mich, dass Varta auf Jahre hinaus sämtliche Rundzellen verkaufen wird, für die es die passenden Rohstoffe auftreiben kann. Und das mit guten Margen.

Wenn dann vielleicht ab dem Jahr 2025 gefährliche Konkurrenz in den Markt dringt, dann wird Varta gerüstet sein und mit noch leistungsfähigeren Formaten gegenhalten. Geht der Plan auf, dann werden wir uns rückblickend wundern, warum die Varta-Aktie Ende Oktober 2021 mit nur gut 5 Mrd. Euro bewertet wurde.

Der Artikel Ist die Varta-Aktie bei einem KUV von 5 attraktiv? ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Motley Fool Deutschland 2021

Autor: Ralf Anders, Motley Fool beitragender Investmentanalyst (CMFCondorEye)

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