Ist Tesla (WKN: A1CX3T) das neue CD Projekt RED (WKN: 534356)? Diese Frage bereitet mir seit Tagen Kopfzerbrechen.

Zur Erinnerung: CD Projekt RED ist ein polnischer Entwickler und Publisher von Computerspielen, der zwar bestens aufgestellt ist, es vor Kurzem aber trotzdem mit dem lang erwarteten „Cyberpunk 2077“ komplett versemmelt hat. Keine Frage: Das Spiel macht Spaß. Extrem viel Spaß. Doch den hohen Erwartungen konnte es nicht gerecht werden.

Bei Tesla sehe ich ähnliche Tendenzen. Die Vorschusslorbeeren sind hoch. Das zeigt insbesondere der Aktienkurs. Doch irgendwann muss sich das Projekt Elektroauto der Realität stellen – und dort herrschen physikalische Gesetze, die auch ein Elon Musk nicht ändern kann.

Mit der Tesla-Aktie zur Nummer 1

Die Tesla-Aktie kann splitten, wie sie will – sie wird trotzdem immer teurer und teurer. Allein in den letzten 6 Monaten verteuerte sich das gute Stück um sagenhafte 175 % (Stand für diese Zahl und alle weiteren Zahlen: 08.01.2020).

Nicht nur zur Freude der Tesla-Investoren, sondern auch ein Meilenstein für Tesla-Chef Elon Musk. Der hat mittlerweile Amazon-Gründer Jeff Bezos überholt und ist nun der reichste Mensch der Welt.

Dieser Reichtum wurde nicht geerbt und nicht geraubt, sondern mit harter Arbeit erworben. Das kann man respektieren.

Doch der Kurs der Tesla-Aktie ist nicht in Stein gemeißelt. Wenn der E-Auto-Pionier nicht liefert, wird die neu eroberte Position im Klub der Superreichen schneller neu vergeben, als Elon Musk „Marsrakete“ sagen kann.

Wenn Fantasie mit der Realität kollidiert

Bei Tesla ist es wie bei jedem anderen Unternehmen: Der Erfolg hängt am Produkt. An dieser Front kann viel Fantasie mit eingepreist sein. Das mussten die Investoren von CD Projekt Red in den letzten Wochen leidvoll realisieren.

Zwischen November 2018 und August 2020 verteuerte sich die CD-Projekt-Aktie um 272 %. Die Lust auf „Cyberpunk 2077“ war groß. Immer neue Bilder und Videos versprachen ein Spielerlebnis, das die Welt noch nicht gesehen hat.

Im Dezember 2020 war es endlich so weit. Das Spiel war da. Jeder konnte in die Welt von Night City eintauchen. Doch so richtig fertig wirkte das Spiel nicht. Vieles war mehr Kulisse als überzeugende Spielewelt.

Seit der Veröffentlichung von „Cyberpunk 2077“ verlor die Aktie von CD Projekt RED rund 50 % an Wert. Offenbar konnte die Realität nicht mit der Fantasie der Investoren mithalten.

Das Projekt Elektroauto hat eklatante Schwächen

Auch bei der Tesla-Aktie ist viel Fantasie mit eingepreist. Weltmarktführer, Elektrorevolution, Autopilot – an jeder Front soll der E-Auto-Pionier den Status quo der Mobilität umkrempeln. Als würde die Konkurrenz schüchtern dabei zusehen.

Dabei hat das Projekt Elektroauto durchaus seine Tücken. Kürzlich prüfte das US-Energieministerium den Effekt niedriger Temperaturen bei verschiedenen Antrieben. Das Resultat: Fahrzeuge mit Elektroantrieb haben im Winter die schlechteste Energiebilanz. Bei niedrigen Temperaturen ist der Energieverbrauch eines Elektroautos mitunter doppelt so hoch wie der eines herkömmlichen Verbrenners. Völlig egal, ob man dabei nur in der Stadt oder auf der Autobahn unterwegs ist.

Solange Tesla nur am Äquator ausliefert, ist das kein Problem. Doch für die eingepreiste Weltrevolution könnte es dann doch nicht reichen. Früher oder später muss sich das Produkt in der Realität beweisen – und dort herrschen leider die Gesetze der Physik (und mitunter extrem niedrige Temperaturen).

Gut möglich, dass die Tesla-Aktie dann ein ähnliches Schicksal ereilen wird wie vor Kurzem die Aktie von CD Projekt RED. Irgendwann ist auch bei Tesla der Punkt erreicht, an dem die Erwartungen so hoch sind, dass sie nicht einmal ein Elon Musk erfüllen kann.

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Stefan Naerger besitzt keine der erwähnten Aktien. John Mackey, CEO von Amazon-Tochter Whole Foods Market, sitzt im Board of Directors von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Amazon und Tesla und empfiehlt die folgenden Optionen: Short January 2022 $1940 Call auf Amazon und Long January 2022 $1920 Call auf Amazon.

Motley Fool Deutschland 2021

Autor: Stefan Naerger, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

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