MAILAND (dpa-AFX) - An den italienischen Finanzmärkten haben die Anleger erleichtert auf den Ausgang einer wichtigen Regionalwahl reagiert. Mit der Niederlage der rechtsgerichteten Oppositionspartei Lega sehen Analysten die Regierungskoalition in Rom gestärkt. Am Markt für europäische Staatsanleihen waren italienische Papiere stark gefragt, weshalb die Renditen im frühen Handel kräftig unter Druck gerieten. Die Aktienbörse in Mailand hielt sich am Montagmorgen deutlich besser als die übrigen europäischen Aktienmärkte. Zu den Gewinnern zählten unter anderem Aktien von italienischen Banken.

Generell waren europäische Staatsanleihen zu Beginn der neuen Handelswoche wegen der Ausbreitung des Coronavirus als sicherer Anlagehafen gefragt. Die Kurse italienischer Papiere konnten aber unmittelbar zum Handelsauftakt besonders kräftig zulegen. Im Gegenzug fiel die Rendite von zehnjährigen Italien-Anleihen um 0,18 Prozentpunkte und damit so stark wie seit dem vergangenen August nicht mehr. Im Sog der italienischen Anleihen profitierten auch Staatspapiere aus Griechenland, deren Renditen ebenfalls deutlich nachgaben.

Am Wochenende hatte Italiens Oppositionsführer Matteo Salvini mit seiner rechtspopulistischen Lega eine Niederlage erlitten. In der Region Emilia-Romagna unterlag die Lega-Kandidatin am Sonntag mit 43,6 Prozent dem Mitte-Links-Kandidaten der Sozialdemokraten mit 51,4 Prozent. Die Wahl galt als entscheidender Test für die angeschlagene Regierungskoalition aus Fünf-Sterne-Bewegung und Sozialdemokraten (PD) in Rom.

"Das Ergebnis sollte die Regierungskoalition in Rom deutlich stärken", hieß es in einem Marktkommentar der Dekabank. Nach Einschätzung des Anleiheexperten Rainer Guntermann von der Commerzbank "scheint sich das Risiko vorgezogener Neuwahlen weiter zu reduzieren".

Das Wahlergebnis kam auch an der Mailänder Börse gut an: Der Leitindex FTSE MIB <IT0003465736> gab zwar im frühen Handel um 0,15 Prozent leicht nach, hielt sich damit aber deutlich besser als die übrigen europäischen Börsen. Zum Vergleich: Der Eurozone-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> und der Dax <DE0008469008> verloren jeweils mehr als ein Prozent.

Der starke Kursanstieg italienischer Staatsanleihen kam vor allen den italienischen Bankenaktien zugute. So verteuerten sich die Papiere des Bankhauses Unicredit <IT0004781412> um 1,5 Prozent, sie lagen damit an der Spitze des FTSE MIB. Anteilsscheine der Banken Intesa Sanpaolo <IT0000072618> und der UBI Banca gewannen jeweils mehr als ein Prozent./bek/jkr/bgf/jha/