MÜNCHEN (dpa-AFX) - Der Baumaschinenhersteller Wacker Neuson hat wegen drohender Forderungsausfälle in Übersee 2020 einen noch stärkeren Gewinneinbruch erlitten als erwartet. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) dürfte mit 73 Millionen Euro nur knapp halb so hoch ausfallen wie im Vorjahr, teilte das im Nebenwerte-Index SDax gelistete Unternehmen überraschend auf Basis vorläufiger Zahlen am Mittwoch in München mit. Im Auftrag von Wacker befragte Analysten hatten den Angaben zufolge im Schnitt mit gut 94 Millionen Euro gerechnet.

Die Wacker-Neuson-Aktie, die zuvor noch fast drei Prozent gewonnen hatte, drehte nach den Nachrichten in die Verlustzone. Zuletzt lag ihr Kurs aber schon wieder fast ein Prozent höher.

Der Baumaschinenhersteller begründete die verfehlte Prognose vor allem damit, dass er im vierten Quartal eine Risikovorsorge für den möglichen Ausfall von Forderungen in in der Berichtsregion Amerikas gebildet habe. Ohne diesen Posten hätte das Ebit bei 91 Millionen Euro gelegen. Der Umsatz brach im Jahresvergleich um rund 15 Prozent auf etwas mehr als 1,6 Milliarden Euro ein und habe damit knapp über den Erwartungen von Analysten gelegen. Wegen der Corona-Krise hatte Wacker bereits angekündigt, dass Umsatz und Ebit-Marge deutlich niedriger liegen dürften als 2019. Die endgültigen Jahreszahlen will das Unternehmen am 25. März veröffentlichen./stw/he