TOKIO (dpa-AFX) - In Japan hat sich die Entwicklung der Verbraucherpreise weiter abgeschwächt. Der Preisrückgang ist so stark wie seit mehr als neun Jahren nicht mehr. Die Verbraucherpreise ohne frische Lebensmittel sind im Oktober im Jahresvergleich um 0,7 Prozent gesunken, wie aus Regierungsdaten vom Freitag hervorgeht. Dies ist die niedrigste Inflationsrate in dieser Betrachtungsweise seit März 2011. Analysten hatten mit dem Rückgang in dieser Größenordnung gerechnet.

Im September waren die Verbraucherpreise ohne frische Lebensmittel nur um 0,3 Prozent im Jahresvergleich gesunken. Die Rate ohne frische Lebensmittel und Energie rutschte im Oktober ebenfalls in den negativen Bereich. Wie die Regierung weiter mitteilte, gingen die Preise in dieser Betrachtung im Jahresvergleich um 0,2 Prozent zurück, nachdem sie im September stagniert hatten. Diese Rate wird von der japanischen Zentralbank etwas weniger stark beachtet. Die Währungshüter konzentrieren sich stärker auf die Preisentwicklung ohne frische Lebensmittel.

Die Inflation in Japan ist seit Jahrzehnten chronisch schwach. Zusätzlich gedämpft wird sie durch die Folgen der Corona-Krise und einen Rückgang der Preise für Treibstoff und Strom. Hinzu kommt ein Subventionsprogramm der Regierung, mit dem der inländische Tourismus in der Virus-Krise unterstützt werden soll. Es sieht beispielsweise günstigere Hotelkosten vor./jkr/bgf/jha/