TOKIO (dpa-AFX) - Die japanischen Exporte erholen sich weiter im hohen Tempo von dem Corona-Schock im vergangenen Jahr. Rückenwind lieferten dabei die Exporte von Autos und Autoteilen sowie von Anlagen zur Chipherstellung, die aktuell angesichts des globalen Halbleitermangels vor allem von China stark nachgefragt werden. Der Wert der Ausfuhren sei im Juni im Vergleich zum von der Corona-Pandemie geprägten Vorjahreszeitraum um 48,6 Prozent gestiegen, teilte das japanische Finanzministerium am Mittwoch in Tokio mit. Damit konnten die Ausfuhren fast so stark zulegen wie im Mai, als sie um fast die Hälfte geklettert waren und damit so stark wie seit 1980 nicht mehr. Volkswirte hatten für den Juni damit gerechnet, dass die Ausfuhren weiter deutlich zulegen, aber im Schnitt ein nicht ganz so hohes Plus auf dem Zettel.

Wegen der starken Verwerfungen vor einem Jahr können auch Experten die aktuellen Daten schwer einschätzen. Zum einen zeigen sie, dass der japanische Außenhandel von der Erholung der Weltwirtschaft profitiert. Zum anderen sind die Daten verzerrt durch extrem niedrige Werte aus dem Vorjahreszeitraum. Mehr Aussagekraft hat deshalb derzeit der Monatsvergleich beziehungsweise der zu 2019. Im Vergleich zum Mai legten die Exporte bereinigt um Kalendereffekte um 2,4 Prozent zu. Im Vergleich zum Juni 2019 seien die Ausfuhren um fast zehn Prozent gestiegen./zb/mis