Amazon (WKN: 906866) und Alibaba (WKN: A117ME) müssen sich ab sofort warm anziehen. Denn JD.com (WKN: A112ST) holt mit großen Schritten auf. Aber fangen wir vorne an: JD.com-Aktionäre mussten in den vergangenen drei Monaten tapfer sein. Der Aktienkurs purzelte seit dem 19. Oktober 2021 um fast 15 % nach unten und steht heute bei 72,30 US-Dollar (Stand: 20. Januar 2022). Aber das ist noch lange kein Grund, die Aktie zu verkaufen, finde ich. Ganz im Gegenteil! Und ich zeige dir auch, warum.

So will JD.com für frischen Wind sorgen

Wachstum außerhalb Chinas soll es bald auch dank erster Roboter-Shops in Europa geben. Während der große Konkurrent Amazon keinen Zugang zum chinesischen Markt hat, will JD.com nun in dessen Territorium vordringen.

Unter dem Markennamen „Ochama“ eröffnete JD.com vor Kurzem in den Niederlanden zwei Roboter-Stores. Weitere Standorte sollen folgen. Das neue Shop-Konzept verbindet die Onlinebestellungen der Kunden direkt mit der vollautomatisierten Bearbeitung durch Roboter. Die Kunden können die bestellte Ware entweder in den Läden abholen oder sie wird von dort aus nach Hause geliefert.

Mir zeigt diese Strategie, dass das Geschäftsmodell von JD.com weiter spannend bleibt. Mit der Expansion nach Europa wappnet sich das Unternehmen auch gegen den neuen Regulierungskurs der chinesischen Regierung gegenüber ihren heimischen Tech-Konzernen.

Chinas Politik bietet auch eine Chance für JD.com

Schließlich ist Alibaba mit einem Börsenwert von 346 Mrd. US-Dollar weiterhin der sehr viel größere Player auf dem Retail-Markt. JD.com kommt gerade einmal auf ein Drittel dieser Marktkapitalisierung.

Damit steht Alibaba aber auch sehr viel stärker im Fokus der chinesischen Wettbewerbshüter als JD.com.

JD.com ist kein schlechteres Investment als Alibaba

Schauen wir auf die operativen Zahlen, können wir kaum sagen, wer von den beiden nun besser wirtschaftet. Ähnlich wie Alibaba sehe ich auch JD.com als Tech-Konglomerat. Zum E-Commerce gesellen sich hier ein starker E-Health-Arm und ein Zahlungsdienstleister hinzu.

Insbesondere die Logistik bei JD.com ist phänomenal: Die Infrastruktur ist so effizient aufgebaut, dass in China 90 Prozent der bestellten Waren innerhalb von 24 Stunden ausgeliefert werden. Zwar fallen dadurch die Margen im Vergleich zu Alibaba deutlich niedriger aus, aber dafür ist der Konzern unabhängiger und kann seine Vertriebsstrategie rundum selbst steuern und kontrollieren.

JD.com hat ein Schwungrad wie Amazon

Mit zunehmendem Auftragseingang sinken die Kosten pro Bestellung. Das Unternehmen gibt diese Kosteneinsparungen an die Verbraucher weiter und die Preissenkung treibt anschließend zusätzliche Käufe an. Durch die hohe Automatisierung der Abläufe kann JD.com effizienter als Wettbewerber und bei niedrigeren Bruttomargen profitabel arbeiten.

In der Kasse klingelt es ordentlich

Die Geschäftszahlen entwickelten sich in den vergangenen fünf Jahren sensationell gut. Um durchschnittlich 75,1 % stieg der Gewinn pro anno.

Der Bilanz gebe ich 5 Sterne

Besser geht es kaum: JD.com hat mehr Cash als Schulden. Der Verschuldungsgrad sank in den vergangenen fünf Jahren von 56,5 auf 7,8 %. Und der operative Cashflow ist mehr als doppelt so hoch wie die Schuldenlast.

Die JD.com-Aktie hat noch Potenzial

Mit aktuell 27,3 sieht das Kurs-Gewinn-Verhältnis verdammt teuer aus. Aber ich bin absolut überzeugt vom Geschäftsmodell und der Umsetzungsstärke des Managements um Gründer und CEO Richard Liu. Selbst bei einem KGV von 50 wäre die Aktie noch nicht zu teuer, denke ich. Sogar eine Sicherheitsmarge ist da noch drin.

Der Artikel JD.com-Aktie: Jetzt ist der Retailer Amazon-Angstgegner Nummer 1! ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Henning Lindhoff besitzt Aktien von Alibaba. John Mackey, CEO von Amazon-Tochter Whole Foods Market, sitzt im Board of Directors von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Amazon und JD.com und empfiehlt die folgenden Optionen: Long January 2022 $1920 Call auf Amazon und Short January 2022 $1940 Call auf Amazon.

Motley Fool Deutschland 2022

Autor: Henning Lindhoff, Motley Fool beitragender Investmentanalyst (TMFhlindhoff)


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